UBS gegen den Trend klar fester nach Q3-Zahlenvorlage

Zürich (awp) - Die Aktien der Grossbank UBS stehen am Freitag im frühen Handel in einem schwächeren Gesamtmarkt im Plus. Das Tiefzinsumfeld und die Zurückhaltung der Anlagekundschaft setzt der UBS zwar im Wealth Management weiterhin zu. Dank Fortschritten auf der Kostenseite übertrifft die Schweizer Grossbank die Markterwartungen, um Sonderposten bereinigt, dennoch klar.
28.10.2016 10:00

UBS gehören am Freitag im frühen Handel zu den wenigen Gewinnern unter den Blue Chips. Die Titel gewinnen gegen 9.30 Uhr 1,3% auf 14,11 CHF in einem schwächeren Gesamtmarkt (SMI: -0,8%). Credit Suisse verlieren indes 0,4% auf 13,94 CHF. Die Grossbankentitel hatten sowohl in der zu Ende gehenden Woche wie auch bereits in der vergangenen Woche einen guten Lauf. Seit Anfang Jahr stehen UBS und CS allerdings immer noch 28% bzw. 32% im Minus. Die Credit Suisse legt die Zahlen zum dritten Quartal am nächsten Donnerstag vor.

Das Ergebnis der UBS habe positiv überrascht, heisst es bei der ZKB. Vor allem die Kostenfortschritte im abgelaufenen Quartal seien überzeugend. Weitere Kostenmassnahmen seien zwar notwendig, um das Ziel von 2,1 Mrd CHF zu erreichen, seien aber jedoch realistisch, so der zuständige Analyst. Während die Einmaleffekte zwar höher ausgefallen seien als zuvor angenommen, hätten die adjustierten Ergebnisse positiv überrascht. Zudem hätten die wichtigsten Bilanzkennzahlen (CET1 und Leverage Ratio) entweder die Erwartungen erfüllt oder seien besser als erwartet ausgefallen.

Auch Vontobel hebt hervor, dass die Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für Rechtsrisiken höher als erwartet ausgefallen seien, der bereinigte Vorsteuergewinn aber signifikant über den Prognosen ausgefallen sei. Treiber war dabei der tiefer als erwartet ausgefallene Aufwand und leicht höhere Erträge als vom Markt erwartet.

Bernstein begrüsst dagegen zwar auch die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte sowie den etwas besseren Verschuldungsgrad. Die Entwicklung bei der Kernkapitalquote (Tier-1) bezeichnet der Analyst allerdings als schwach. Auch vom Ergebnisbeitrag aus dem Investment Banking scheint er nur wenig angetan.

Auch die Deutsche Bank bemängelt die Performance in der Division, auch im Vergleich zur Performance der US-Investmentbanken im dritten Quartal, wie das Institut schreibt.

Klar negativ wird unter den Analysten zudem die im dritten Quartal erneut rückläufige Bruttomarge im erklärten Kerngeschäft aufgenommen. Der für die Rivalin Credit Suisse tätige Bankenanalyst hatte im Ausblick auf die Ergebnisveröffentlichung bereits vor einer erneut rückläufigen Bruttomarge im Wealth Management gewarnt. Tatsächlich hat sich diese gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal von 78 auf 76 Basispunkten zurückgebildet. Bei der Nettomarge erzielte die Schweizer Grossbank jedoch eine leichte Verbesserung.

Deutsche Bank hält hier jedoch noch dagegen, dass der Netto-Neugeldzufluss im Wealth Management stark war - angetrieben von den Regionen APAC und Europa versus Abflüssen in Emerging Markets.

ys/uh

(AWP)