UBS-Spartenchef: Bald 80% der verwalteten Assets auf einziger Plattform

Der Chef der globalen Vermögensverwaltung der UBS, Jürg Zeltner, steht vor dem Abschluss des grössten je realisierten Infrastrukturprojekts. "Jetzt arbeiten wir am letzten Kapitel, nämlich an der Integration von Asien. Wenn das abgewickelt ist, haben wir 80% der verwalteten Assets auf einer einzigen Plattform", sagt Zeltner im Interview mit der "Handelszeitung" (Vorabdruck Ausgabe 1.6.).
31.05.2017 17:02

Damit spart die Bank jedes Jahr viel Geld. "Nach diesem Schritt werden unsere Grenzkosten um bis zu 20% tiefer liegen. Denn neben den Mitarbeitenden ist die IT der grösste Kostentreiber", so Zeltner. Wenn die Bank die Basisinfrastruktur zusammenlege, sei dies ein enormer Kostenvorteil.

Angesprochen auf eine aktive Rolle der UBS in der Konsolidierung der Schweizer Bankenlandschaft, zeigt er sich eher zurückhaltend: "Heute suchen gut aufgestellte Nischenplayer eine Lösung unter sich. Meine Lösung wäre eine andere: Vollintegration." Und jene Banken, die gut unterwegs seien, würden keine Vollintegration wollen. "Ergo suchen sie nach einer Lösung unter kleineren Banken."

Wenn er für Wachstum Geld ausgeben wolle, dann lieber für strategische Zukäufe als für riskante Restrukturierungen, so Zeltner weiter. So zum Beispiel in Brasilien, wo die UBS jüngst das grösste dortige Multi-Family-Office Consenso übernommen hat. Dies Übernahme ermöglicht laut dem UBS-Manager eine "Rückwärtsintegration". Man werde künftig die Infrastruktur des Multi-Family-Office nutzen: das bringe Skaleneffekte in der wichtigsten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

uh/cf

(AWP)