UBS steigert Gewinn um 79% auf 1,27 Mrd CHF und übertrifft Erwartungen klar

(Insbesondere um weitere Angaben zu den Bereichen ergänzt) - Die Grossbank UBS überrascht im ersten Quartal mit einem markanten Gewinnsprung. Das Ergebnis übertrifft die Prognosen der Analysten klar. Mit Blick nach vorne bleibt das Institut weiter vorsichtig, auch wenn sich die Stimmung und das Vertrauen der Anleger verbessert haben.
28.04.2017 07:50

Der Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank belief sich auf 1'690 Mio nach 978 Mio im Vorjahr bzw. 746 Mio im Schlussquartal 2016. Den Reingewinn steigerte das Institut gemäss Medienmitteilung vom Freitag um 79% auf 1'269 Mio.

ERTRÄGE UM 10% GESTEIGERT

Ähnlich wie die meisten Konkurrenten konnte auch die UBS ihre Erträge im ersten Quartal deutlich steigern. So erhöhte sich der Geschäftsertrag um gut 10% auf 7,53 Mrd CHF. Der Geschäftsaufwand blieb mit 5,84 Mrd CHF stabil, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich damit auf 77,6% nach 85,7% im Vorjahr.

"Unser sehr starkes Ergebnis im ersten Quartal unterstreicht die Power und das Potenzial unseres Geschäftsmodells. Wir führen die Bank weiterhin mit Disziplin und Fokus auf nachhaltiger Performance und langfristigem Wachstum", kommentiert CEO Sergio Ermotti die Leistung.

Im Quartalsergebnis enthalten sind als Sonderfaktoren zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 34 Mio CHF sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 244 Mio CHF, schreibt die Bank weiter.

Mit den Zahlen des ersten Quartals wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Gemäss AWP-Konsens prognostizierten die Experten ein Konzernergebnis von 916 Mio, einen Vorsteuergewinn von 1'258 Mio sowie Erträge von 7,40 Mrd CHF.

INVESTMENT BANK STEIGERT ERGEBNIS UM KNAPP 90%

Trotz uneinheitlicher Marktverhältnisse und Kundenaktivität hätten sämtliche Unternehmensbereiche und Regionen zum gesteigerten Ergebnis beigetragen, schreibt die UBS weiter. Ein starkes Wachstum zeigten insbesondere die Investment Bank, das Wealth Management sowie das Wealth Management Americas.

So steigerte die Investment Bank ihren Vorsteuergewinn gestützt auf höhere Erträge von Corporate Client Solutions und guter Kostenkontrolle um knapp 90% auf 480 Mio CHF. Das Kerngeschäft Wealth Management weist einen um knapp 15% höheren Vorsteuergewinn von 639 Mio aus. Als Treiber nennt die UBS hier höhere transaktionsbasierte Erträge und einen tieferen Geschäftsaufwand. Das Wealth Management Americas verbuchte dank höheren Erträgen aus wiederkehrenden Nettogebühren sowie rekordhohen Nettozinserträgen mit 301 Mio CHF gar ein Rekordergebnis.

Im Schweizer Geschäft (Personal & Corporate Banking) verbesserte sich der Vorsteuergewinn um knapp 5% auf 418 Mio CHF. Das Ergebnis habe von einem rückläufigen Geschäftsaufwand und von bestimmten voraussichtlich nicht wiederkehrenden Sonderposten profitiert. Dazu zählt insbesondere ein Gewinn aus dem Verkauf eines Hypotheken-Portfolios in Höhe von 20 Mio.

NETTONEUGELD VON 20,5 MRD CHF

Den Vermögensverwaltungseinheiten sind in den ersten drei Monaten Nettoneugelder in Höhe von 20,5 Mrd CHF (VJ 29 Mrd CHF) zugeflossen, davon 18,6 Mrd CHF im Wealth Management und 1,9 Mrd USD im Bereich Wealth Management Americas. Die bereinigte Nettomarge weist die UBS für das erste Quartal mit 20 Basispunkten aus (nach 18 im Vorjahresquartal).

Die verwalteten Vermögen in der Gesamtbank beliefen sich per Ende März auf 2'934 Mrd CHF und liegen damit klar über den 2'821 Mrd zum Jahresende.

KERNKAPITALQUOTE ÜBER 14%

Nochmals stärker präsentiert sich zum Quartalsende die Kapitalposition der Bank. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) erhöhte sich auf 14,1% von 13,8% per Jahresende. Die CET1-Leverage Ratio verbesserte sich auf 3,6% nach 3,5% per Ende Dezember. Das gesamte verlustabsorbierende Kapital beziffert die UBS nun auf 74 Mrd CHF.

Weiterhin auf Kurs sieht sich die Bank bezüglich ihrer Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im ersten Quartal weitere 100 Mio eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen gegenüber dem Jahr 2013 nun auf 1,7 Mrd belaufen. Bis Ende 2017 will die UBS bekanntlich 2,1 Mrd erreichen.

ZURÜCKHALTENDER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne bleibt die Grossbank trotz einiger Lichtblicke weiter vorsichtig und sieht verschiedene Risiken. Die Stimmung und das Vertrauen der Anleger haben sich verbessert, hält die UBS grundsätzlich fest. Dies sei jedoch noch nicht vollumfänglich in einer dauerhaften Belebung der Kundenaktivität spürbar.

Die globale wirtschaftliche Erholung dürfte nach Ansicht der Grossbank sehr wahrscheinlich anhalten. Makroökonomische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und polarisierende politische Strömungen stellten aber Risiken dar, welche die Kundenstimmung und die Transaktionsvolumen beeinträchtigen könnten. Tiefe und negative Zinsen, insbesondere in der Schweiz und der Eurozone, setzten die Nettozinsmarge weiterhin unter Druck, heisst es. Dies könnte indes durch höhere US-Dollar-Zinsen sowie eine weitere Normalisierung der Geldpolitik teilweise kompensiert werden.

Die UBS sieht sich weiter gut aufgestellt, um den Herausforderungen zu begegnen und von einer weiteren Erholung des Marktumfelds zu profitieren.

gab/uh

(AWP)