UBS verdient im dritten Quartal mehr und übertrifft Prognosen

Die Grossbank UBS hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2017 etwas mehr verdient als im Vorjahr und damit die Prognosen der Analysten übertroffen. Mit Blick nach vorne gibt sich die Grossbank weiter relativ zurückhaltend, sieht sich aber gut aufgestellt, um von einer weiteren Erholung des Umfeldes zu profitieren.
27.10.2017 06:53

Unter dem Strich verblieb im Berichtsquartal gemäss Mitteilung vom Freitag ein Reingewinn (nach Minderheiten) von 946 Mio CHF, nach 1'174 Mio im Vorquartal bzw. 827 Mio im dritten Quartal 2016. Der (ausgewiesene) Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank wird mit 1'221 Mio beziffert, dies nach 1'502 Mio bzw. 877 Mio CHF.

Etwas höher als im Vorjahr fielen die gesamten Erträge aus. So wuchs der Geschäftsertrag auf 7,15 Mrd CHF von 7,03 Mrd. Der Geschäftsaufwand erreichte 5,92 Mrd CHF nach 6,15 Mrd, womit sich eine Cost-Income-Ratio von 83,0% nach 87,5% ergibt.

"Wir erzielten erneut gute Resultate in allen Unternehmensbereichen, mit Asien/Pazifik als einem wichtigen Treiber des profitablen Wachstums", kommentiert CEO Sergio Ermotti die Leistung. Die Bank fokussiere darauf, für die Aktionäre langfristig Mehrwert zu schaffen und die Strategie diszipliniert umzusetzen.

Wie meistens sind im Ergebnis auch einige Sonderposten enthalten. Im neuesten Quartalsergebnis wurden etwa Restrukturierungskosten in Höhe von 285 Mio CHF (VQ 258 Mio) sowie zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 197 Mio CHF (9 Mio) verbucht, wie die Bank in der Mitteilung schreibt. Verbucht wurde zuden eine Nettohöherbewertung von latenten Steueransprüchen in Höhe von 174 Mio CHF.

Mit den Zahlen des dritten Quartals wurden die Prognosen der Analysten sowohl auf der Ebene des Konzerns wie auch in den Divisionen übertroffen. Gemäss AWP-Konsens prognostizierten die Experten ein Konzernergebnis von 896 Mio, einen Vorsteuergewinn von 987 Mio sowie Erträge von 6'999 Mio CHF.

Den globalen Vermögensverwaltungseinheiten flossen in der Periode von Juli bis September Nettoneugelder in Höhe von 2,4 Mrd CHF (VQ 7,5 Mrd) zu. Das Wealth Management zog 4,6 Mrd CHF an, im Bereich Wealth Management Americas flossen dagegen 2,3 Mrd USD ab. Im Cross-Border-Geschäft verzeichnete die Grossbank Abflüsse von 5 Mrd CHF. Die verwalteten Vermögen beliefen sich per Ende September auf 3'067 Mrd CHF und lagen damit leicht über den 2'922 Mrd von Mitte Jahr.

Etwas stärker präsentiert sich die Kapitalposition der Bank. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) erhöhte sich per Ende Quartal auf 13,7% von 13,5% per Ende zweiten Quartal. Die CET1-Leverage Ratio verblieb bei 3,7%.

MIT KOSTENSENKUNG AUF KURS

Weiterhin auf Kurs sieht sich die Bank bezüglich ihrer Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im dritten Quartal weitere rund 100 Mio eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen gegenüber dem Jahr 2013 nun auf 1,9 Mrd belaufen. Bis Ende Jahr will die UBS bekanntlich 2,1 Mrd erreichen.

Mit Blick nach vorne gibt sich die Grossbank wieder etwas zurückhaltender als noch zur Jahresmitte. So gehen die Verantwortlichen von einer weiteren globalen wirtschaftlichen Erholung aus. Geopolitische Spannungen und makroökonomische Unsicherheit stellten jedoch nach wie vor ein Risiko für die Anlegerstimmung dar. Die Kundenaktivität könnte durch diverse Faktoren weiter belastet sein.

Die tiefen Zinsen in der Schweiz und der Eurozone wirken weiter belastend auf die Nettozinsmarge. Hier könnte eine weitere Normalisierung der US-Geldpolitik teilweise kompensierend wirken, meint die UBS. Weitere Belastungen könnten nach Meinung der Grossbank die Umsetzung der neuen schweizerischen Kapitalstandards sowie weitere Anpassungen des nationalen und internationalen regulatorischen Rahmens für Banken bringen. Die UBS sieht sich aber weiter gut aufgestellt, um diesen Herausforderungen zu begegnen und von einer weiteren Erholung des Marktumfelds zu profitieren.

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(AWP)