UBS verdient im ersten Quartal 1,27 Mrd CHF und übertrifft Erwartungen deutlich

Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr und damit die Prognosen der Analysten klar übertroffen. Mit Blick nach vorne bleibt das Institut weiter vorsichtig auch wenn sich die Stimmung und das Vertrauen der Anleger verbessert haben.
28.04.2017 06:53

Der Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank belief sich auf 1'690 Mio nach 978 Mio im Vorjahr bzw. 746 Mio im Schlussquartal 2016. Den Gewinn weist das Institut gemäss Medienmitteilung vom Freitag mit 1'269 Mio aus nach 707 Mio im Vorjahr.

ERTRÄGE UM 10% GESTEIGERT

Ähnlich wie die meisten Konkurrenten konnte auch die UBS ihre Erträge im ersten Quartal deutlich steigern. So erhöhte sich der Geschäftsertrag um gut 10% auf 7,5 Mrd CHF. Der Geschäftsaufwand blieb mit 5,8 Mrd CHF stabil, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich damit auf 77,6% nach 85,7% im Vorjahr.

Im Quartalsergebnis enthalten sind als Sonderfaktoren zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 33 Mio CHF sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 243 Mio CHF, schreibt die Bank in der Mitteilung.

"Unser sehr starkes Ergebnis im ersten Quartal unterstreicht die Power und das Potenzial unseres Geschäftsmodells. Wir führen die Bank weiterhin mit Disziplin und Fokus auf nachhaltiger Performance und langfristigem Wachstum", kommentiert CEO Sergio Ermotti die Leistung.

Mit den Zahlen des ersten Quartals wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Gemäss AWP-Konsens prognostizierten die Experten ein Konzernergebnis von 916 Mio, einen Vorsteuergewinn von 1'258 Mio sowie Erträge von 7'404 Mio CHF.

NETTONEUGELD VON 20,5 MRD CHF

Trotz uneinheitlicher Marktverhältnisse und Kundenaktivität hätten sämtliche Unternehmensbereiche und Regionen zum gesteigerten Ergebnis beigetragen, schreibt die UBS weiter. Ein starkes Wachstum zeigten insbesondere die Investment Bank, das Wealth Management Americas sowie das Wealth Management Americas.

Den Vermögensverwaltungseinheiten sind in den ersten drei Monaten Nettoneugelder in Höhe von 20,5 Mrd CHF (VJ 29 Mrd CHF) zugeflossen, davon 18,6 Mrd CHF im Wealth Management und 1,9 Mrd USD im Bereich Wealth Management Americas. Die verwalteten Vermögen belaufen sich damit auf 2'934 Mrd CHF und liegen damit klar über den 2'821 Mrd zum Jahresende.

KERNKAPITALQUOTE ÜBER 14%

Nochmals stärker präsentiert sich zum Quartalsende die Kapitalposition der Bank. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) erhöhte sich auf 14,1% von 13,8% per Jahresende. Die CET1-Leverage Ratio verbesserte sich auf 3,6% nach 3,5% per Ende Dezember.

Weiterhin auf Kurs sieht sich die Bank bezüglich ihrer Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im ersten Quartal weitere 100 Mio eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen gegenüber dem Jahr 2013 nun auf 1,7 Mrd belaufen. Bis Ende 2017 will die UBS bekanntlich 2,1 Mrd erreichen.

ZURÜCKHALTENDER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne bleibt die Grossbank trotz einiger Lichtblicke weiter vorsichtig und sieht verschiedene Risiken. Die Stimmung und das Vertrauen der Anleger haben sich verbessert, hält die UBS grundsätzlich fest. Dies sei jedoch noch nicht vollumfänglich in einer dauerhaften Belebung der Kundenaktivität spürbar.

Die globale wirtschaftliche Erholung dürfte nach Ansicht der Grossbank sehr wahrscheinlich anhalten. Makroökonomische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und polarisierende politische Strömungen stellen aber Risiken dar, welche die Kundenstimmung und die Transaktionsvolumen beeinträchtigen könnten. Tiefe und negative Zinsen, insbesondere in der Schweiz und der Eurozone, setzen die Nettozinsmarge weiterhin unter Druck. Dies könnte indes durch höhere US-Dollar-Zinsen sowie eine weitere Normalisierung der Geldpolitik teilweise kompensierend werden.

Die UBS sieht sich weiter gut aufgestellt, um den Herausforderungen zu begegnen und von einer weiteren Erholung des Marktumfelds zu profitieren.

gab/hr

(AWP)