UBS verdient im Q3 etwas mehr als erwartet - Aktie nach volatilem Verlauf fester

(Zusammenfassung)
28.10.2016 14:35

Zürich (awp) - Die UBS hat im dritten Quartal 2016 etwas mehr verdient als von Analysten geschätzt. Vor allem das Wealth Management in den USA und das Schweizer Geschäft liefen gut, während die Vermögensverwaltung in Europa und Asien sowie das Investment Banking weniger einbrachten als im Vorjahr. Weiter stark im Fokus sind im anhaltend schwierigen, von geringen Kundenaktivitäten geprägten Umfeld die Kosten. Die UBS-Aktie notiert nach anfänglich etwas volatilem Verlauf solide im Plus.

Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Juli bis September 0,83 Mrd CHF, im Vorjahr waren es dank eines hohen Steuerertrages 2,07 Mrd CHF gewesen. Auf Vorsteuerebene erzielte sie laut Mitteilung vom Freitag einen Gewinn von 0,88 Mrd CHF (+11%), auf bereinigter Basis waren es gar 1,30 Mrd CHF (+33%). Insgesamt waren die Zahlen damit etwas besser als von Experten geschätzt.

Das Management zeigte sich denn auch zufrieden mit dem Ergebnis. CEO Sergio Ermotti sprach an einem Analysten-Webcast von einem "starken Ergebnis" über alle Unternehmensbereiche hinweg, dies trotz Saisoneffekten sowie anhaltend schwierigen makroökonomischen, geopolitischen und marktbezogenen Bedingungen.

Besonders hervor hob die UBS das Ergebnis in der US-Vermögensverwaltung (WMA). Diese habe ein Rekordergebnis erzielt. Für die restlichen Vermögensverwaltungseinheiten (WM) sprach sie von einem "soliden Ergebnis" angesichts des Umfeldes. Einmal mehr sank hier die Bruttomarge, und zwar um 2 auf 76 Basispunkte. Die beiden Vermögensverwaltungssparten zogen zusammen aber immerhin gut 10 Mrd CHF an Neugeldern an.

INVESTMENTBANKING KLAR RÜCKLÄUFIG

Im Investmentbanking litt die Bank im Vergleich zur Konkurrenz unter der höheren Präsenz in den asiatischen und europäischen Märkten. Der (bereinigte) Vorsteuergewinn fiel nur gut halb so gross aus wie im Vorjahr. Andere Grossbanken hatten im Berichtsquartal vor allem im Anleihen-Handel überraschend gut verdient - in einem Bereich also, den die UBS in den letzten Jahren stark zurückgefahren hat. Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft habe derweil das beste Quartalsergebnis seit dem vierten Quartal 2008 erzielt, hiess es.

Angesichts des schwierigen Umfeldes laufen alle Grossbanken, nicht nur die UBS, im Sparmodus. Die UBS etwa hat im Berichtsquartal weitere 0,1 Mrd CHF an Kosten eingespart. Im laufenden Kostensparprogramm, das bis Ende 2017 gegenüber der Kostenbasis von 2013 Einsparungen von 2,1 Mrd CHF bringen soll, liegt sie bei 1,5 Mrd und sieht sich auf Kurs, das Ziel im genannten Rahmen zu erreichen.

Dafür muss sie aber stärkere Anstrengungen unternehmen als bisher geplant. Da vor allem die Kosten für neue Regulierungen stärker als erwartet wachsen, muss sie brutto mehr einsparen, um das Nettosparziel zu erreichen. Dies wiederum führt zu höheren Restrukturierungskosten, wie UBS-Finanzchef Kirt Gardner darlegte. "Die Kosten dürften länger hoch bleiben und sich bis Ende 2017 im Bereich der letzten Quartale bewegen. Erst danach sollten sie abnehmen", so der CFO. Entsprechend dürften die Restrukturierungskosten für den Zeitraum 2015 bis 2017 bei rund 4 Mrd CHF liegen, gegenüber den bisher erwarteten 3 Mrd.

GUT 400 MIO NEUE RÜCKSTELLUNGEN FÜR RECHTSFÄLLE

Weiter kämpft die UBS bekanntlich auch mit Altlasten bzw. noch nicht abgeschlossenen Rechtsfällen. Im Berichtsquartal beliefen sich die neuen Rückstellungen dafür auf 419 Mio CHF. Insgesamt hat die Bank damit Rückstellungen von 2,98 Mrd CHF (Stand 30.9.) getätigt.

Keine weiteren Fortschritte machte die Bank in Bezug auf die Kapitalisierung. Die harte Kernkapitalquote (CET 1, vollst. umgesetzt) war mit 14,0% etwas rückläufig, die entsprechende Leverage Ratio verharrte auf 3,4%. Laut Konzernchef Ermotti ist die UBS aber weiterhin eine der bestkapitalisierten Banken. Dies soll auch langfristig steigende Dividenden ermöglichen, nicht aber in diesem Jahr. Für 2016 wolle man aber - wie im Vorjahr - eine ordentliche Dividende von 60 Rappen pro Aktie ausschütten. "Dafür werden wir unser möglichstes tun", sagte Ermotti.

VORSICHTIGER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne bleibt das UBS-Management gewohnt zurückhaltend. Die makroökonomische und geopolitische Unsicherheit trage zu anhaltender Risikoaversion der Kunden sowie generell niedrigen Transaktionsvolumen bei, heisst es dazu. Die tiefen bzw. negativen Zinsen trügen das ihre dazu bei. Ermotti will die Strategie aber weiterhin diszipliniert umsetzen, um bei einem schon leichten Aufschwung profitieren zu können.

Die UBS-Aktie notiert um 14.00 rund 1,9% höher bei 14,20 CHF. Das Ergebnis habe positiv überrascht, hiess es bei der ZKB. Vor allem die Kostenfortschritte im abgelaufenen Quartal seien überzeugend.

uh/gab

(AWP)