UBS will gerüchteweise Anteil an JV in China erhöhen - VRP: Gespräche laufen

(Mit Aussagen des VRP und eines Analysten sowie dem Aktienkurs ergänzt) - Die UBS will offenbar den Anteil an ihrem Joint Venture im Bereich Investmentbanking in China erhöhen. Wie das Wall Street Journal (WSJ) am Montag unter Verweis auf mit den Vorgängen vertraute Personen schreibt, will die Grossbank den Anteil auf die maximal zulässigen 49% von derzeit 24,99% aufstocken.
09.01.2017 09:24

Ein UBS-Sprecher verwies auf Anfrage von AWP auf Aussagen von UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber auf Bloomberg TV. Gespräche seien demnach noch im Gang, er könne daher nicht mehr sagen. Er fügte jedoch an: "Wir haben ein starkes Interesse, unsere Präsenz in China zu stärken. Wir wollen eine langfristige, kontinuierliche Präsenz in China aufbauen."

In China tätige ausländische Banken müssen mit heimischen Partnern im Rahmen von Joint Ventures zusammenarbeiten, wie es im Artikel weiter heisst. Diese könnten Kunden bei Fusionen und Übernahmen beraten und auch Börsengänge begleiten. Die meisten hätten jedoch keine Lizenz für den Wertpapierhandel.

Die meisten Banken seien bisher der Ansicht gewesen, dass sich eine Aufstockung ihrer Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen nicht lohne. Der Schritt sei nun aber ein Signal an die chinesische Regierung und mit der Hoffnung verbunden, dass sich das Land weiter öffne, heisst es weiter.

"SCHWIERIGER MARKT"

Die Meldung unterstreiche, dass "es der UBS mit ihren Ambitionen im Reich der Mitte ernst ist", kommentieren die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Es müsse jedoch darauf hingewiesen werden, dass sich die meisten Auslandsbanken dort seit Jahren schwer tun, den marktbeherrschenden chinesischen Konkurrenten Marktanteile abzujagen. Auf Gesamtgruppensicht habe die Nachricht mangels Grösse des chinesischen Ablegers zudem praktisch keinen Einfluss.

An der Börse geben die UBS-Papiere im frühen Handel (9.15 Uhr) 0,2% nach, während der Gesamtmarkt praktisch unverändert notiert.

Neben der UBS will offenbar auch die US-Grossbank Morgan Stanley den Anteil an ihrem Joint Venture in China erhöhen. Den Angaben zufolge auf ebenfalls 49% von derzeit 33,3%.

rw/cp/cf

(AWP)