UBS will Kleinsparer mit Strafzinsen verschonen

Die Grossbank UBS will trotz anhaltender Negativzinsen nicht die Kleinsparer zur Kasse bitten. Man habe nicht die Absicht, Kleinsparer zu belasten, sagte COO Sabine Keller-Busse im Interview mit der "NZZ am Sonntag".
22.09.2019 16:15

Bei den grossen Kunden würden die Negativzinsen bereits weitergegeben. Die Grenze liege bei 2 Millionen Franken oder 0,5 Millionen Euro, sagte Keller-Busse. Es sei aber das "klare Ziel, die kleinen Sparer zu verschonen".

Denn ein solcher Schritt wäre nur schwer zu erklären. Sie habe selbst zwei Töchter, die ein Konto bei der UBS hätten: "Weshalb sollten sie ihr Erspartes noch zur Bank bringen, wenn sie dafür einen Strafzins zahlen müssten?"

Angesichts der tiefen Zinsen steigt bei der UBS auch der Kostendruck: Zusätzlich zu den strukturellen Massnahmen würden in diesem Jahr 300 Millionen Franken gespart - laufende Ausgaben, wie Kosten für die externe Beratung oder Reisespesen.

1'100 Stellen weniger

Eine wichtige Massnahme sei zudem die Integration von Stellen, die bisher ausgelagert gewesen seien. In den vergangenen 18 Monaten seien 6'700 externe Stellen abgebaut und im Gegenzug sei die interne Belegschaft um 5'600 aufgestockt worden. Netto seien somit 1'100 Stellen eingespart worden.

Neben tieferen Kosten sollen zudem höhere Erträge dafür sorgen, dass sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis bei der Grossbank bessert und sich den mittelfristigen Zielen annähert. Dazu sagte Keller-Busse: "Wir streben klar nach mehr Wachstum, besonders in den USA und Asien." Die USA würden heute 30 Prozent zum Ertrag beisteuern, was deutlich steigen solle. Und in Asien sei geplant, "innert fünf Jahren etwa ein Viertel mehr Berater zu beschäftigen".

Rückläufiger Aktienkurs

Mit Blick auf den Aktienkurs sagte sie zudem, es greife zu kurz, die Leistungen der UBS auf den Aktienkurs zu reduzieren. Die UBS übertreffe bei der Kapitalisierung, bei der Rentabilität sowie bei der relativen Aktienbewertung fast alle europäischen Konkurrenten. "Ich zumindest halte als langfristige Investorin gerne Aktien der UBS."

Der Kurs der Aktie sei zwar tatsächlich nicht dort, "wo wir ihn uns wünschen". Das gehe den anderen Banken aber genauso. Die globale Unsicherheit - Stichwort Handelskonflikte und Brexit - dominiere zurzeit.

Die Titel der UBS stehen im aktuellen Jahresverlauf 6,6 Prozent im Minus, während der SMI 2019 bislang 19 Prozent zulegen konnte. Credit Suisse gewinnen im gleichen Zeitraum auf dem Niveau des Gesamtmarkts.

ys/

(AWP)

 
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