UBS zahlt 445 Mio USD in RMBS-Fall an US-Kreditgenossenschaft

(Ergänzt um Aussage der UBS, mehr Details sowie Aktienkurs und Analystenkommentar; stellt ausserdem im fünften Abschnitt klar, dass es sich bei der CS um eine Busse von 2,5 Mrd USD an das DOJ handelte und inklusive der Entschädigungen an Kreditnehmer um einen Betrag von 5,3 Mrd USD) - Die UBS hat einen Rechtsstreit wegen fauler Immobilienkredite endgültig beigelegt. Die Grossbank zahle im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von zwei Genossenschaftsbanken 445 Mio USD an die National Credit Union Administration (NCUA), wie die US-Behörde am Montagabend laut verschiedenen Medienberichten mitteilte.
02.05.2017 09:46

Die NCUA wirft der UBS vor, die beiden Genossenschaftsbanken über Risiken von hypothekenbasierten Wertpapieren im Volumen von 1,15 Mrd USD in die Irre geführt zu haben, heisst es. Die Grossbank selbst gab indes kein Fehlverhalten zu. Eine Sprecherin sagte am Dienstag zu AWP lediglich: "Mit dem Vergleich konnte ein weiteres Thema der Vergangenheit abgeschlossen werden."

Im März hatte sich die UBS bereits grundsätzlich mit der US-Kreditgenossenschaft geeinigt, um diese Angelegenheit im Zusammenhang mit US-Hypothekenpapieren (RMBS) beizulegen. Die UBS erhöhte daher die Rückstellungen für Rechtsfälle per Ende Jahr um rund 100 Mio CHF und revidierte entsprechend den Reingewinn nachträglich um diesen Betrag nach unten.

Auch die Credit Suisse erzielte eine Grundsatzvereinbarung mit der NCUA. Die zweite Schweizer Grossbank verbuchte daher wiederum nachträglich eine zusätzliche Rückstellung für Rechtsrisiken über 300 Mio CHF, was eine zusätzliche Belastung von 272 Mio CHF nach Steuern ergab und entsprechend einen tieferen Gewinn für das vierte Quartal 2016.

GROSSER RMBS-STREIT MIT DOJ NOCH OFFEN

Im RMBS-Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium steht eine Einigung bei der UBS indes noch aus, während die Credit Suisse bereits eine Busse von 2,5 Mrd USD an das DOJ gezahlt hat und Entschädigungen in Höhe von 2,8 Mrd USD an Kreditnehmer entrichten muss.

Per Ende 2016 hatte die UBS für RMBS-Fälle Rückstellungen von 1,5 Mrd USD gebildet und diese damit im Vergleich zu Ende 2015 um gut 280 Mio USD erhöht. Insgesamt lagen die Rückstellungen für Rechtsrisiken und regulatorische Angelegenheiten bei 3,3 Mrd CHF. Per Ende März 2017 sank dieser Posten auf 2,9 Mrd CHF.

An der Börse tendieren UBS am Dienstagmorgen unauffällig (unv.) bei einem leicht freundlichen Gesamtmarkt (SMI: +0,4%). Die Kommentare am Dienstag befassen sich auch eher mit der Zahlenvorlage von vergangenem Freitag.

So erhöht etwa Kepler im Nachgang das Rating auf "Hold" von zuvor "Reduce". Die Grossbank habe gezeigt, dass sie durchaus mit Margendruck umzugehen verstehe, was die verbesserte Effizienz untermauere, heisst es. Auch führt der zuständige Analyst die Bewertung an: Die Aktien hätten sich zuletzt klar schwächer als die Branche entwickelt, sodass die Prämie zusammengeschmolzen sei.

CS legen zeitgleich 0,5% zu.

ys/cp

(AWP)