Übernahmen beflügeln Steinhoff

(Ausführliche Fassung) - Die Einkaufstour des Möbel- und Einzelhändlers Steinhoff zahlt sich aus. Im ersten Geschäftshalbjahr legte die Poco-Mutter dank Übernahmen einen kräftigen Umsatzsprung hin und konnte dabei auch ihren Gewinn klar steigern. Konzernchef Markus Jooste zeigte sich laut Mitteilung vom Mittwoch für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich, dass die bisherige Dynamik anhalte und "sich die Gruppe im Rahmen der Erwartungen entwickeln wird".
07.06.2017 09:43

Im Berichtszeitraum von September bis Ende März konnte der MDax-Konzern seine Erlöse um 48 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro steigern, wie Steinhoff am Mittwoch in Amsterdam mitteilte. Dabei steuerten die jüngst zugekaufte Unternehmen drei Milliarden Euro zum Umsatz bei. Ohne Zukäufe lag der Zuwachs nur bei 9 Prozent. Der operative Gewinn stieg um 13 Prozent auf 903 Millionen Euro.

Richard Chamberlain vom britischen Analysehaus RBC Capital sprach von einem "soliden" ersten Halbjahr. Dabei seien die bereinigten Margen besser als erwartet ausgefallen. An der Börse machte die Steinhoff-Aktie jedoch einen Satz zurück: Das Papier verlor im frühen Handel 4,61 Prozent auf 4,62 Euro.

In Fahrt kommt nach Unternehmensangaben inzwischen das Geschäft mit der zugekauften britischen Billigkette Poundland, die erstmals seit Dezember 2014 auf vergleichbarer Fläche wieder gewachsen sei. Die Entwicklung bei Poundland habe ebenso die Erwartungen übertroffen wie der Neuzugang im Konzern Fantastic Furniture in Australien. Der US-Bettenhändler Matress Firm, dessen Integration und Neupositionierung auf Hochtouren läuft, steuerte im ersten Geschäftshalbjahr 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz bei.

Der Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und dem Hauptquartier in Südafrika ist durch einige Zukäufe inzwischen zum grössten Möbelhändler Europas aufgestiegen. Hierzulande ist Steinhoff vor allem durch die Möbelkette Poco bekannt. Aber auch im Gebrauchtwagenverkauf und Autovermietungsgeschäft ist Steinhoff aktiv. Erst Mitte Mai hatte das Unternehmen angekündigt, sein Afrika-Geschäft vom Konzern abzutrennen und an die Börse zu bringen. Im Februar war die Zusammenlegung mit der afrikanischen Supermarktkette Shoprite noch gescheitert./tav/mne/jha/

(AWP)