Uhrenhersteller IWC trotz Marktschwäche gut ausgelastet

Bern (awp/sda) - Teure Uhren aus der Schweiz sind im Ausland zur Zeit wenig gefragt. Der zur Richemont-Gruppe gehörende Uhrenhersteller IWC überbrückt die Flaute darum mit preiswerteren Modellen. Dort sei die Nachfrage steigend, sagt der Produktionsleiter Ronald Jäger in einem Interview mit der "Luzerner Zeitung" vom Mittwoch.
02.11.2016 11:58

"Aktuell sind wir so gut ausgelastet, dass wir sogar mit 40 bis 50 Personen auch am Samstag produzieren", sagt er. Besonders Uhren ab 10'000 CHF würden im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld in den Läden liegen bleiben. Mit der Entwicklung der günstigeren Fliegeruhren-Kollektion laufen die Geschäfte bei IWC aber gemäss Jäger rund.

Fachkräftemangel spürt die Schaffhauser Manufaktur nicht. Den Bedarf an Uhrmacher decke sie aus den eigenen Reihen. Im Betrieb würden permanent rund 20 Lernende eine Ausbildung absolvieren. Auch Ronald Jäger absolvierte damals seine Lehre als Uhrmacher bei der IWC.

Genügend Nachwuchs finde das Unternehmen auch im nahe liegenden Süddeutschland oder mit Quereinsteigern. Vor allem Dentalassistentinnen seien sehr geschickt in der Feinarbeit, erklärt Jäger.

Mit fast 50% sei der Anteil an Frauen im Betrieb hoch. Frauen würden häufig schneller und geschickter arbeiten als Männer, weswegen in der Montage fast ausschliesslich Frauen arbeiten. Nicht so bei den klassischen Uhrmachern, wo der Männeranteil nach wie vor dominiere.

Über die Zukunftsaussichten für die Uhrenbranche zeigt sich der Produktionsleiter optimistisch. Auch im Zeitalter der Smartphones würden mechanische Uhren gefragt bleiben, da sie über eine lange Lebensdauer verfügen und ohne Batterie funktionieren.

Auch mit innovativen Funktionen, weniger Serviceintervallen und dem Einsatz von neuen Materialien würden sie auch in Zukunft attraktiv bleiben. Dazu komme, dass sie für den Mann oft das einzige Schmuckstück seien.

mk

(AWP)