Umkämpfter Pharmahersteller Stada legt in Deutschland und Asien zu

BAD VILBEL (awp international) - Der umkämpfte Pharmahersteller Stada hat sein Geschäft trotz des Wirbels um die Unternehmenszukunft im zweiten Quartal verbessert. Während Stada vor allem in Deutschland und in Asien mehr Generika und freiverkäufliche Medikamente umsetzte, litt jedoch das Geschäft in Osteuropa, wie das MDax -Unternehmen aus Bad Vilbel am Donnerstag mitteilte.
04.08.2016 09:41

Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 11 Prozent auf 200,7 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel das Plus mit 53 Prozent auf 82 Millionen Euro noch höher aus. Das lag auch daran, dass negative Sondereffekte aus dem Vorjahr nicht mehr so stark zu Buche schlugen und sich negative Wechselkurseffekte abschwächten. Der Kurs der Aktie legte am Morgen um mehr als zwei Prozent zu. Bei Stada tobt derzeit ein Streit zwischen dem Aufsichtsrat und Investoren. Diese wollen mehr Einfluss auf den Konzern nehmen und fordern eine stärkere Internationalisierung.

Vorstandschef Matthias Wiedenfels, der das Unternehmen angesichts der Erkrankung des langjährigen Konzernlenkers Hartmut Retzlaff leitet, bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr. Danach erwartet Stada ein leichtes Umsatz- und Gewinnwachstum, Währungseffekte sowie solche aus Zu- und Verkäufen sind dabei aber herausgerechnet. Künftig will der Konzern seine Sparte mit freiverkäuflichen Medikamenten stärker ausbauen. Ausserdem soll das gesamte Geschäft internationaler werden.

Wiedenfels hatte vor einigen Wochen eine neue Mittelfristprognose verkündet. Danach soll der um Sondereffekte bereinigte Gewinn unter anderem durch Kostensenkungen von zuletzt knapp 166 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019 steigen. Der bereinigte Konzernumsatz soll von 2,1 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro klettern. Um dies zu schaffen, sollen nach den Aussagen des Managements auch "unerschlossene Umsatzpotenziale" gehoben werden.

Unterdessen halten Stada Streitigkeiten mit Investoren und dem Aufsichtsrat seit Wochen auf Trab. Dazu kommt die Erkrankung des langjährigen Vorstandschefs Retzlaff. Es ist nicht bekannt, ob und wann er zurückkommt. Der aktivistische Grossaktionär Active Ownership Capital (AOC) fordert eine komplette Neubesetzung der Kapitalseite des Aufsichtsrats. Der Stada-Aufsichtsrat stellte selbst vier neue Kandidaten auf, AOC hält sie zum Teil aber für nicht erfahren genug und hat Gegenanträge gestellt. Vor allem will der Investor aber auch Aufsichtsratschef Martin Abend und seinen Stellvertreter Ferdinand Oetker austauschen. Unklar ist, wie viele der grossen Stada-Investoren sich dem Vorschlag von AOC anschliessen./nmu/jha/stb

(AWP)