Unerwartet starke Produktion zeigt 'ordentlichen Start' ins 2. Quartal

(Ausführliche Fassung) - Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands deutet weiter auf einen robusten Aufschwung hin. Im April sei die Gesamtproduktion um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Der Markt hatte nur einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Ökonomen sehen in den Daten Hinweise für einen guten Start der deutschen Wirtschaft in das zweite Quartal.
08.06.2017 09:46

Neben den starken April-Daten hatte sich die Produktion im Vormonat ebenfalls besser entwickelt als bisher gedacht. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, war die Produktion im März nach revidierten Zahlen nur um 0,1 Prozent im Monatsvergleich gesunken. Hier hatten die Statistiker zunächst einen Dämpfer um 0,4 Prozent gemeldet.

Die enger gefasste Industrieproduktion stieg im April laut Bundesamt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Zuwächse gab es bei der Produktion von Investitions- und Vorleistungsgütern. Ausserdem gab es eine deutliche Zunahme der Energieerzeugung. Dagegen ging die Produktion von Konsumgütern und die Bauproduktion im April zurück.

Die Produktionsdaten für April lieferten Hinweise auf einen "ordentlichen Start ins zweite Quartal", kommentierte Experte Ralph Solveen von der Commerzbank. Seiner Einschätzung nach ist der Anstieg der Industrieproduktion vor allem mit einem kräftigen Zuwachs der Energieproduktion zu erklären. Solveen geht davon aus, dass in diesem Bereich im Mai eine Gegenbewegung nach unten folgen dürfte. Insgesamt rechnet er in den kommenden Monaten nicht mit einem weiteren spürbaren Anstieg der Produktion.

Die Chefvolkswirtin für Europa des britischen Analysehauses Capital Economics, Jennifer McKeown, zeigte sich optimistischer für die konjunkturelle Entwicklung. Sie erwartet, dass der Aufschwung in Deutschland weiter geht und in den kommenden Quartalen sogar an Schwung gewinnen könnte. Ihrer Einschätzung nach dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa 2,5 Prozent erreichen. In der Frühjahrsprognose ging die Bundesregierung für das laufende Jahr nur von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent aus./jkr/bgf/fbr

(AWP)