Unibail-Rodamco-Westfield: Mieteinnahmen steigen kräftig - Gewinn je Aktie sinkt

Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco-Westfield profitiert beim Umsatz weiter von der milliardenschweren Übernahme. Die Mieteinnahmen legten nach dem Kauf von Westfield um 36 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zu, wie der im EuroStoxx 50 notierte Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Bereinigt um die Effekte der Übernahme habe das Wachstum bei 3,3 Prozent gelegen. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft sei um 30 Prozent auf 916 Millionen Euro gestiegen.
31.07.2019 19:34

Beim Gewinn für die Aktionäre musste der Konzern aber wegen der Übernahme einen Rückgang verbuchen. Wegen der deutlich gestiegenen Aktienzahl infolge der Übernahme von Westfield sei der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Anteil um zwei Prozent auf 6,45 Euro gefallen. Mit Blick auf das Gesamtjahr ist der Konzern jetzt etwas optimistischer als zuletzt. So soll der bereinigte Gewinn je Aktie im laufenden Jahr zwischen 12,10 Euro und 12,30 Euro liegen. Die Spanne wurde damit um 30 Cent erhöht; davon gehen allerdings 18 Cent auf die Folgen einer neuen Bilanzierungsregel zurück.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr für einen Milliardenbetrag den australischen Konkurrenten Westfield Corporation übernommen und heisst seither Unibail-Rodamco-Westfield. Die Integration von Westfield gehe voran, hiess es nun im Zuge der Zahlenvorlage. Der Konzern stellt schon seit längerer Zeit sein Europa-Portfolio neu auf, indem er sich von weniger wichtigen Immobilien trennt - auch um seine Schulden zu senken.

Die Aktie befindet sich seit Monaten auf Talfahrt. Am Mittwoch fiel das Papier auf den tiefsten Stand seit 2009. Seit dem Rekordhoch im März 2015 von 262 Euro ging es um mehr als die Hälfte nach unten - zuletzt kostete das Papier nur noch rund 122 Euro. Mit einem Minus von zehn Prozent im bisherigen Jahresverlauf ist das Papier zudem nach den Societe-Generale-Anteilen der zweitgrösste Verlierer im EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt bei gerade mal noch 17 Milliarden Euro - kein Unternehmen im Eurozonen-Auswahlindex ist derzeit weniger wert. Damit könnte das bald aus diesem herausfliegen./zb/fba

(AWP)

 
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