Unilever baut sich um - neues Gewinnziel und Aktienrückkaufprogramm

Der Konsumgüterkonzern Unilever hat sich nach dem abgewehrten Übernahmeversuch durch den US-Konzern Kraft Heinz ein umfangreiches Veränderungsprogramm verordnet. Damit will der Konzern in den kommenden Jahren zwei Milliarden Euro zusätzlich einsparen und bis zum Jahr 2020 seine Profitabilität deutlich nach oben schrauben, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Statt 16,4 Prozent wie im Jahr 2016 sollen dann 20 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn übrig bleiben, allerdings bereinigt um die Umbaukosten, die das Management insgesamt mit rund 3,5 Milliarden Euro beziffert.
06.04.2017 08:52

Teil des Umbaus ist unter anderem ein Verschmelzen der vormals separaten Geschäfte mit Lebensmitteln und Erfrischungen. Die Brotaufstrich-Sparte soll dabei entweder ganz verkauft oder zumindest eigenständig werden. Die Doppelstruktur des Unternehmens sowohl als niederländische als auch als britische Aktiengesellschaft stehe wegen ihrer Komplexität ebenfalls auf dem Prüfstand, hiess es. Ende des Jahres solle hier eine Entscheidung über die künftige Aufstellung fallen. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte Unilever und kündigte zudem einen Aktienrückkauf in Höhe von 5 Milliarden Euro für 2017 an.

Heinz hatte mit seiner Übernahmeofferte Anfang des Jahres bei Unilever auf Granit gebissen und hatte den Versuch darauf hin aufgegeben. Im Nachklang hatte sich Unilever bereits im Februar ambitioniertere Ziele gesetzt und angekündigt, das gesamte Unternehmen und seine Struktur zu überprüfen./stb/fbr

(AWP)