Uniper-Beschäftigte machen Zugeständnisse für Kündigungsverzicht

Der Kraftwerksbetreiber Uniper verzichtet in Deutschland bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen für die Mehrzahl der Beschäftigten und spart im Gegenzug bei den Gehältern. Auf einen entsprechenden Tarifvertrag haben sich Vertreter der Gewerkschaften IG BCE und Verdi sowie das Unternehmen geeinigt, wie Uniper am Montag mitteilte. "Das ist ein weiterer Schritt, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen und damit auch langfristig Arbeitsplätze zu sichern", sagte Uniper-Vorstandschef Klaus Schäfer.
21.08.2017 12:19

Uniper beschäftigt weltweit rund 13 000 Menschen, davon 5000 in Deutschland. Wegen der stark gesunkenen Börsenstrompreise hatte die Eon-Abspaltung das Sparprogramm "Voyager" mit einem Volumen von 400 Millionen Euro und den Abbau von jeder vierten Stelle in der Verwaltung angekündigt. Dabei standen nach nicht bestätigten Berichten zunächst 500 Stellen und zahlreiche tarifliche Leistungen zur Disposition. Nun gebe es Sicherheit für die Beschäftigten, und die Streichliste sei weitgehend verhindert, erklärte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Allerdings fallen nicht alle Beschäftigten unter die Schutzzusagen, etwa aussertariflich Beschäftigte.

Im Einzelnen sieht der Tarifvertrag eine Nullrunde für 2018 und den Wegfall der sogenannten Leistungsvergütung von monatlich 5 Prozent des Gehalts vor. Im Gegenzug gibt es eine Einmalzahlung im Januar 2018 von 1000 Euro und pauschal 50 Euro monatlich mehr ab 2019. Dadurch werde der Wegfall der Zulage "teilkompensiert", erklärte die IG BCE. IG-BCE- und Verdi-Mitglieder erhalten ausserdem eine jährliche Sonderzahlung von 400 Euro.

Mit Uniper hatte Eon 2016 unter dem Druck der Energiewende sein Geschäft mit Grosskraftwerken sowie den Energiehandel abgespalten und im September an die Börse gebracht./rs/DP/nas

(AWP)