US-Agrarkonzern Monsanto pokert weiter mit Bayer

ST. LOUIS (awp international) - Der von Bayer umworbene US-Saatgutspezialist Monsanto hat mit Blick auf die Milliarden-Offerte des Konkurrenten kein formales Update geliefert. Bei Vorlage der Quartalsbilanz erklärte Konzernchef Hugh Grant am Mittwoch lediglich, dass er in den vergangenen Wochen persönlich Gespräche mit dem Bayer-Management und auch anderen über alternative strategische Optionen geführt habe. Er zeigte sich weiter von der Logik einer Zusammenlegung der Geschäfte überzeugt. Vor diesem Hintergrund gab er sich weiter offen für entsprechende strategische Optionen.
29.06.2016 14:36

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern hatte vor gut fünf Wochen überraschend die Übernahme des Saatgutspezialisten aus den USA angekündigt. Für den Erwerb bieten die Leverkusener 62 Milliarden US-Dollar (gut 55 Mrd. Euro). Nachdem das Monsanto-Management die Offerte zuletzt als zu niedrig zurückgewiesen hatte, wird seit einiger Zeit über einen Preisaufschlag spekuliert.

Die Übernahme des Konzerns gilt nicht nur aus finanziellen Gründen als ein Wagnis. Auch wegen des schlechten Rufes von Monsanto sind die Übernahmepläne von Bayer in die Kritik geraten. Dem US-Hersteller von genmanipuliertem Saatgut wird unter anderem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Ausserdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Monsanto vermarktet Glyphosat unter dem Namen Roundup./jha/stb

(AWP)