US-Arbeitsmarkt setzt schrittweise Erholung fort

(Neu: Details zu Stellenaufbau) - Der US-Arbeitsmarkt hat sich im August weiter von seinem drastischen Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Arbeitslosenquote ging deutlich zurück, die Beschäftigung erhöhte sich stärker als erwartet. Auch die Stundenlöhne legten zu. Der US-Dollar legte in einer ersten Reaktion zu.
04.09.2020 15:12

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöhte sich die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft um 1,371 Millionen Stellen. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Zuwachs von im Schnitt 1,35 Millionen gerechnet. Der Stellenzuwachs in den beiden Vormonaten ist zudem etwas höher ausgefallen als bisher bekannt. Demnach sind im Juni und Juli insgesamt 29 000 Stellen mehr geschaffen worden als bislang ausgewiesen.

Der Stellenaufbau spiegle die schrittweise Belebung der ökonomischen Aktivität, erklärte das Ministerium die Zahlen. Jobs seien vor allem bei den Dienstleistern entstanden, etwa im Einzelhandel sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. Auf Regierungsebene seien vor allem Helfer für die anstehende Volkszählung angestellt worden.

Im April hatte es wegen der Corona-Krise einen extremen Einbruch und den stärksten Rückgang der Beschäftigung seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939 gegeben. Damals sank die Beschäftigtenzahl um über 20 Millionen. Seitdem erholt sich der Arbeitsmarkt schrittweise.

Die Arbeitslosenquote ging unterdessen deutlich von 10,2 Prozent im Vormonat auf 8,4 Prozent zurück. Im April hatte die Arbeitslosenquote wegen der Corona-Krise mit knapp 15 Prozent den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Analysten hatten für August im Mittel einen Rückgang auf 9,8 Prozent erwartet. Seit dem Rekordhoch im April ist die Quote den vierten Monat in Folge gesunken.

Die Löhne und Gehälter sind derweil überraschend gestiegen. Die Stundenlöhne legten im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent zu, während Analysten eine Stagnation erwartet hatten. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Stundenlöhne um 4,7 Prozent.

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt dennoch angespannt. Gut 29 Millionen Menschen beziehen eine Form von Arbeitslosengeld, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. In der Woche bis einschliesslich 29. August stellten demnach knapp 900 000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Die Anträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider. Vor der Zuspitzung der Pandemie im März war die Zahl der Neuanträge nur sehr selten über 100 000 gestiegen./bgf/cy/jbz/jkr/jha/

(AWP)