US-Arbeitsmarkt verliert an Schwung

(Ausführliche Fassung)
02.09.2016 15:15

WASHINGTON (awp international) - Der amerikanische Arbeitsmarkt hat im August an Schwung verloren. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte, wurden in der Wirtschaft 151 000 neue Stellen geschaffen. Das ist weniger als Bankvolkswirte im Mittel mit 180 000 zusätzlichen Stellen erwartete hatten. Zudem sind in den beiden Vormonaten deutlich mehr Arbeitsplätze als im August entstanden. Ökonomen bezeichneten die Zahlen dennoch als solide.

Der Arbeitsplatzaufbau im Juni und Juli wurde mit 1000 Stellen geringfügig schwächer als bisher ausgewiesen. Im Juni kamen demnach 271 000 Stellen hinzu, im Juli waren es 275 000 Arbeitsplätze. Im August wurden vor allem Jobs im Dienstleistungs- und Gesundheitssektor geschaffen. Im Verarbeitenden Gewerbe kam es hingegen zu einem Stellenabbau.

LOHNENTWICKLUNG SCHWACH

Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 4,9 Prozent, wohingegen Analysten einen Rückgang auf 4,8 Prozent erwartet hatten. Die Quote liegt jedoch auf geringem Niveau: Im Mai hatte sie mit 4,7 Prozent den tiefsten Stand seit dem Jahr 2007 erreicht. Die Lohnentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück: Im Monatsvergleich stiegen die Stundenlöhne um 0,1 Prozent, im Jahresvergleich lag der Anstieg bei 2,4 Prozent. Das sind je 0,1 Punkte weniger als erwartet. Im längeren Vergleich bleibt die Entwicklung bestenfalls moderat.

Ökonom Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen zeigte sich dennoch zuversichtlich, er sprach von einer soliden Entwicklung. Schon vor dem Jobbericht hatten Volkswirte die starken Zuwächse im Juni und Juli als nicht nachhaltig bezeichnet. Zudem wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass sich der Arbeitsmarkt der Vollbeschäftigung nähere, was starke Stellenzuwächse zunehmend unwahrscheinlicher mache./bgf/jkr/fbr

(AWP)