US-Automarkt auf Kurs zu neuem Absatzrekord

(Ausführliche Fassung)
04.01.2017 19:44

DETROIT/HERNDON (awp international) - Trotz geringerem Schwung steuern die Autobauer auf dem wichtigen US-Markt wohl erneut auf einen Absatzrekord zu. Die steigenden Benzinpreise haben den Andrang auf die neuen Wagen zwar gebremst, aber dennoch stehen die Konzerne in den USA vor einem Verkaufsplus nach dem Rekordjahr 2015. Die grossen US-Autobauer wie die Opel-Mutter General Motors (GM) und Ford verkauften nach Zahlen vom Mittwoch im Schlussmonat mehr als von Experten geschätzt. Volkswagen wurde zwar wieder mehr Autos los als zu den Hochzeiten des Dieseldebakels ein Jahr zuvor - muss dem Skandal um manipulierte Abgaswerte aber neben milliardenschweren Vergleichszahlungen auf Jahressicht auch beim Absatz Tribut zollen.

2015 kaufte die US-Kundschaft insgesamt knapp 17,5 Millionen Neuwagen, so viele wie nie zuvor. Es war das sechste Jahr mit Verkaufsplus in Folge. Zwischenzeitlich war dem US-Markt 2016 dann aber spürbar die Puste ausgegangen, der durch Minizinsen und den niedrigen Ölpreis ausgelöste Verkaufsboom drohte zu kippen. Ein neuer Rekord im gerade abgelaufenen Jahr könnte aber auf Kosten des kommenden Jahres gehen: Der US-Autohändlerverband schätzt den Absatz 2017 auf nur noch 17,1 Millionen Fahrzeuge.

GM STEIGERT ABSATZ IM DEZEMBER UM 10 PROZENT

US-Branchenprimus GM verkaufte im Dezember zwar dank der gut laufenden Marke Chevrolet 10 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr, blieb im Kalenderjahr aber 1,3 Prozent hinter dem Absatz aus dem Vorjahr zurück. Dennoch reichte das für mehr als 3 Millionen verkaufte Autos. Ford wurde im Dezember dank kauffreudiger Privatkunden etwas mehr Autos los und kann auch im Gesamtjahr mit 2,6 Millionen abgesetzten Autos den besten Wert der letzten zehn Jahre aufweisen.

Volkswagen konnte im Dezember den zweiten Monat in Folge seine Verkaufszahlen deutlich steigern. Dabei kam dem vom Skandal um manipulierte Dieselabgaswerte durchgeschüttelten Unternehmen zugute, dass der Dieselverkaufsstopp ein Jahr zuvor besonders stark zu Buche geschlagen hatte. Der Neuwagenabsatz der Kernmarke VW kletterte im letzten Monat 2016 um 20,3 Prozent auf 37 229 Autos. Im Gesamtjahr hat die Marke mit dem VW-Logo allerdings mit 322 948 Fahrzeugen 7,6 Prozent weniger verkauft als 2015.

BMW BLEIBEN SCHWIERIGKEITEN ERHALTEN

Die Töchter der Wolfsburger fahren aber weiter Rekorde ein. Audi legte im Dezember kräftig zu und verkaufte 13,7 Prozent mehr Autos, auf Jahressicht rund 4 Prozent mehr. Gut laufen bei den Ingolstädtern die grossen SUV-Modelle. Die VW-Sportwagentochter Porsche - Renditeperle im VW-Konzern - setzte im Dezember etwas mehr ab und zählt im Gesamtjahr ein Verkaufsplus von 4,9 Prozent.

BMW hingegen bleiben die Schwierigkeiten auf dem US-Markt erhalten: Unter dem Strich steht bei den Marken BMW und Mini am Jahresende ein Minus von insgesamt 9,7 Prozent. Die Münchener leiden in den USA unter einer Flaute bei neuen Modellen, für das gerade begonnene Jahr sind aber einige frische Versionen angekündigt. Besser schnitten auch dieses Jahr schon die SUV-Autos ab, die dank des X3 leicht anziehen konnten.

Der Autobauer Daimler wollte seine Verkaufszahlen für den US-Markt am Mittwochabend ebenfalls noch vorlegen. Auch einige andere ausländische Hersteller legen noch Zahlen vor./men/he

(AWP)