US-Automarkt schwach - VW, BMW und Daimler mit Absatzproblemen

(neu: weitere Hersteller, Gesamtmarkt) - Der US-Autokonjunktur geht die Puste aus - das bekommen auch die deutschen Branchengrössen Volkswagen , BMW und Daimler zu spüren. Nach dem Rekordabsatz im Vorjahr wird die Industrie 2017 trotz starker Rabatte immer weniger Neuwagen los. Im Juli erlitten fast alle grossen Hersteller erhebliche Einbussen, wie die am Dienstag veröffentlichten Verkaufszahlen zeigen. Dem Marktforscher Autodata zufolge sank der Absatz verglichen mit dem Vorjahreswert um sieben Prozent auf 1,4 Millionen Wagen.
01.08.2017 22:39

VW brachte mit 27 091 Fahrzeugen 5,8 Prozent weniger Autos auf die Strasse als ein Jahr zuvor. Bei den wichtigen US-Modellen Jetta und Passat ging der Absatz spürbar zurück. Die Premium-Töchter Audi und Porsche hingegen steigerten die Verkäufe um 2,5 beziehungsweise 0,6 Prozent und zählten damit zu den wenigen Gewinnern des vergangenen Monats. BMW hingegen setzte inklusive der Tochter Mini 26 363 Fahrzeuge ab, das waren 13,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Rivale Daimler meldete ein Minus von 9,2 Prozent auf 25 909 Autos.

FORD UND GM MIT DEUTLICHEN EINBUSSEN

"Der Juli hat sich als herausfordernder Monat quer durch die Branche herausgestellt", sagte Dietmar Exler, Chef von Daimlers Tochtergesellschaft Mercedes-Benz USA. Nachdem die Branche im Vorjahr dank günstiger Spritpreise und niedriger Finanzierungszinsen eine neue Absatzbestmarke von über 17,5 Millionen Neuwagen erreicht hatte, kühlt sich der US-Markt ab. Zwar ist die Nachfrage nach sportlichen Stadtgeländewagen und Pick-up-Trucks noch relativ stabil, doch klassische Pkw haben einen schweren Stand.

Die US-Branchenführer Ford und General Motors erlitten im Juli, der einen Verkaufstag weniger hatte als im Vorjahr, Absatzeinbussen in Höhe von 7,4 und 15 Prozent. Der italienisch-amerikanische Branchenriese Fiat Chrysler meldete ein Minus von 10 Prozent. Auch Honda und Nissan verkauften weniger. Als einziges Schwergewicht punktete Toyota mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent. Analysten hatten zwar ohnehin mit einem schwachen Juli gerechnet, doch die Ergebnisse fielen noch deutlich schwächer als erwartet aus./men/hbr/DP/he

(AWP)