US-Behörde fordert Prüfung vieler Airbus A380 nach Air-France-Zwischenfall

Nach dem jüngstem Zwischenfall an einem Airbus A380 von Air France-KLM über Grönland hat die US-Luftfahrtbehörde die Untersuchung aller Triebwerke des betroffenen Typs angeordnet. Betroffen von der Prüfung sind mindestens 125 Flugzeuge - mehr als die Hälfte aller Exemplare des weltgrössten Passagierjets. Diese werden von Triebwerken der Engine Alliance angetrieben, zu der der US-Konzern General Electric und die United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney gehören. Auch der Münchner Triebwerksbauer MTU arbeitet an den Triebwerken mit.
13.10.2017 10:55

Eine A380 der Air France hatte Ende September nach einem "schweren Schaden" an einem vier Triebwerke auf dem Weg von Paris nach Los Angeles einen Notruf abgesetzt. Die Maschine landete daraufhin sicher in Neufundland. Laut der französischen Luftfahrt-Untersuchungsbehörde BEA hatte sich nach erster Begutachtung der sogenannte Fan - das drehende Element an der Vorderseite des Triebwerks - während des Flugs gelöst. Abgefallene Teile des Triebwerks wurden bereits geborgen.

Die Fluggesellschaften, die die A380 mit dem betroffenen Triebwerkstyp im Einsatz haben, müssen auf Weisung der FAA nun die Triebwerke äusserlich begutachten und bei sichtbaren Beschädigungen auch das Innere in Augenschein nehmen. Sollte sich ein typbedingter Fehler herausstellen, will die FAA möglicherweise weitere Massnahmen anordnen.

Im November 2010 war eine A380 in Singapur notgelandet, als ein Triebwerk nach dem Start Feuer gefangen hatte und in der Luft teilweise explodiert war. Dabei handelte es sich allerdings um das Konkurrenztriebwerk des britischen Herstellers Rolls-Royce . Nach Angaben von Airbus waren Ende September 2017 weltweit 216 Exemplare der A380 im Einsatz. Bereits Februar feierte die Engine Alliance den 125. Flieger, der mit ihren Antrieben ausgestattet wurde./stw/stk

(AWP)