US-Grossbank JPMorgan Chase federt schwaches Kapitalmarktgeschäft ab

(Ausführliche Fassung) - Die US-Grossbank JPMorgan Chase hat ein schwächelndes Kapitalmarktgeschäft im zweiten Quartal dank ihrer breiten Aufstellung gut aufgefangen. Die Lücke wurde durch Einnahmen aus dem Privat- und Firmenkundengeschäft sowie aus der Beratung etwa bei Börsengängen und Übernahmen gestopft. Auch die Vermögensverwaltung warf mehr ab. Hinzu kam ein erklecklicher Zufluss aus einem Vergleich in einem Rechtsstreit.
14.07.2017 14:09

Unterm Strich stieg der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 7,0 Milliarden US-Dollar, wie das grösste Geldhaus der USA am Freitag in New York mitteilte. Das war mehr als von Analysten erwartet. Die Aktie stand vorbörslich leicht unter Druck.

'VERBRAUCHERN GEHT ES GUT'

"Den US-Verbrauchern geht es gut", sagte Bankchef Jamie Dimon. Das spiegle sich im Privatkundengeschäft wider. Kredite und Spareinlagen wüchsen, zudem wickle die Bank mehr Transaktionen für Einzelhändler ab, und Kunden nutzten ihre Kreditkarten häufiger. Dagegen seien die Einnahmen aus dem Kapitalmarktgeschäft gesunken, weil die Märkte sich beruhigt hätten und die Kunden weniger handelten.

Die politischen Wirrungen zum Ende des vergangenen Jahres wie die Brexit-Entscheidung und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hatten die Kapitalmärkte in Aufregung versetzt. Investoren schichteten ihre Depots häufig um, woran die Banken durch Gebühren verdienten. Diese Einnahmen gingen nun wie erwartet zurück.

GESCHÄFT MIT ANLEIHEN SCHRUMPFT

Vor allem das wichtige Geschäft mit Anleihen schrumpfte - und zwar um annähernd in Fünftel. Dagegen blieben die Einnahmen aus dem kleineren Aktiengeschäft weitgehend stabil. Zusammengenommen schrumpften die Einnahmen aus dem Handelsbereich um 14 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, während die gesamten Erträge - also die Einnahmen der Bank - um 5 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar zulegten.

Die Investoren achten stark auf die Geschäftszahlen von JPMorgan: Das New Yorker Geldhaus läutet die Berichtssaison ein und gilt angesichts der breiten Aufstellung als Gradmesser für die Branche. An diesem Freitag legen aus den USA noch die Citigroup und Wells Fargo ihre Geschäftszahlen vor, kommende Woche dann die Bank of America sowie die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley . Die Deutsche Bank ist in der letzten Juli-Woche an der Reihe und die Commerzbank in der ersten August-Woche./das/stw/jha/

(AWP)