US-Kanzlei will Sammelklage gegen Roche einreichen

Die amerikanische Anwaltskanzlei Goldberg Law PC aus Chicago will eine Sammelklage gegen den Pharmakonzern Roche einreichen. Die als Aktionärsschützer auftretende Kanzlei wirft Roche die Verletzung verschiedener Bestimmungen des amerikanischen Börsengesetzes vor, wie einem Artikel der Nachrichtenagentur Reuters zu entnehmen ist.
07.06.2017 20:32

Demnach ruft Goldberg Law Aktionäre von Roche auf, sich der Sammelklage anzuschliessen und setzt dafür eine Frist bis am 7. August 2017. Allerdings bezieht sich der Aufruf lediglich an diejenigen, welche die Roche-Genussscheine bzw. Aktien zwischen dem 2. März 2017 und dem 5. Juni 2017 gekauft haben und denen in dieser Zeit ein Schaden entstanden ist.

Hierzu ist erwähnenswert, dass Roche am 2. März mitgeteilt hatte, dass in der wichtigen Aphinity-Studie mit dem Mittel Perjeta der primäre Endpunkt erreicht worden sei. Diese ausstehenden Daten hatten davor die Aktien und Genussscheine von Roche gebremst. Auf die Vorabinformationen vom 2. März reagierte der Genussschein dann mit einem Plus von über 6%.

In der erwähnten Studie wurde das Mittel Perjeta in der adjuvanten Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium getestet. Mit einem Erfolg könnte der Pharmakonzern seine führende Marktposition auf diesem Gebiet sichern. Bislang wird in dieser Indikation das Roche-Mittel Herceptin eingesetzt. Dieses verliert aber seinen Patentschutz.

Am 5. Juni dann, also zum Ende der von der Anwaltskanzlei Goldberg Law genannten Frist, publizierte Roche anlässlich des US-Krebskongresses ASCO Details zur APHINITY-Studie, welche für grosse Enttäuschung unter den Analysten und Investoren sorgten und einen Kurseinbruch des Genussscheins von über 5% zur Folge hatte.

Goldberg Law hat auf Anfrage von AWP versprochen, nähere Informationen zu dieser Sammelklage zuzustellen. Bis anhin ist allerdings noch Nichts eingetroffen.

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(AWP)