US-Wirtschaft schafft viele Stellen - Lohnwachstum bleibt moderat

(Ausführliche Fassung) - Die amerikanische Wirtschaft hat im Juni viele neue Stellen geschaffen. Nach Angaben des Arbeitsministeriums vom Freitag kamen ausserhalb der Landwirtschaft 222 000 neue Stellen hinzu. Das waren spürbar mehr Jobs, als Volkswirte mit 178 000 Stellen erwartet hatten. Zudem wurde der Stellenzuwachs in den beiden Vormonaten April und Mai um insgesamt 47 000 Stellen nach oben korrigiert. Insbesondere für Mai ergibt sich damit ein freundlicheres Bild als ursprünglich gedacht.
07.07.2017 15:07

Die Arbeitslosenquote stieg dagegen leicht von 4,3 auf 4,4 Prozent an. Allerdings geht der Zuwachs vor allem darauf zurück, dass sich wieder mehr Personen am Erwerbsleben beteiligen wollten. Die Erwerbsquote stieg dementsprechend an. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich trotz des leichten Anstiegs immer noch auf sehr niedrigem Niveau. Einige Fachleute sprechen bereits seit längerem von faktischer Vollbeschäftigung.

SCHWACHE LOHNENTWICKLUNG

Für Enttäuschung sorgte abermals die Lohnentwicklung, die für die Geldpolitik der US-Notenbank von hoher Bedeutung ist. Mit einem Zuwachs der Stundenlöhne von 0,2 Prozent zum Vormonat und 2,5 Prozent im Jahresvergleich bleibt die Entwicklung weiter klar hinter früheren Konjunkturaufschwüngen zurück. Zudem fiel die Entwicklung im Vormonat schwächer aus, als ursprünglich gemeldet. Breiter Inflationsdruck dürfte so nicht aufkommen.

An den Finanzmärkten sorgten die Daten wie üblich für spürbare Kursausschläge, die jedoch eine klare Richtung vermissen liessen. Am amerikanischen Anleihemarkt stiegen die Renditen nur in den langen Laufzeiten an, ansonsten bewegen sie sich jedoch kaum. Der Euro-Dollar-Kurs schwankte deutlich, pendelte zuletzt jedoch um seinen Stand von vor der Veröffentlichung. An den Börsen wurden die Zahlen freundlich aufgenommen./bgf/jsl/stb

(AWP)