Valartis beendet Devestitionen und sucht neue Aufgaben - Zahlung von Dividende

(Zusammenfassung) - Die Valartis Gruppe hat ihre Devestitionsphase abgeschlossen und muss sich neue Aufgaben suchen. Die in eine Holding-Gesellschaft umgewandelte ehemalige Privatbankengruppe, für die im vergangenen Jahr die Nachlassstundung aufgehoben werden konnte, sieht ihre Finanzierungslage nun als "stabil" an. Ihren Aktionären richtet sie eine Dividende von 0,20 CHF je Inhaberaktie aus.
11.04.2017 13:54

Mit den 2016 abgeschlossenen Verkäufen der Valartis Bank (Austria) an die Wiener Privatbank und der Valartis Bank (Liechtenstein) an die chinesische Citychamp-Gruppe ist die Valartis-Gruppe deutlich geschrumpft: Per Ende Jahr belief sich die Bilanzsumme noch auf 188,7 Mio CHF gegenüber 2,21 Mrd CHF ein Jahr davor, wie den am Dienstag veröffentlichten Finanzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr zu entnehmen ist. Das Eigenkapital der Aktionäre beziffert die Gruppe auf 112,4 Mio CHF nach 117,9 Mio im Jahr davor, womit nun eine Eigenkapitalquote von 69,4% resultierte.

TEURER SANIERUNGSPROZESS

Die Erfolgsrechnung für 2016 wies, wie bereits in der Vorwoche bekanntgegeben, einen Verlust von 38,1 Mio CHF auf, nachdem die Gruppe 2015 einen Verlust von 58,4 Mio geschrieben hatte. Der Verlust aus weitergeführten Geschäftsbereichen belief sich 2016 vor allem wegen der Kosten für den Sanierungsprozess auf 12,0 Mio CHF (VJ Verlust von 50,4 Mio), dazu kam ein Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereiche von 26,1 Mio CHF (VJ Verlust von 8,0 Mio).

Bei den weitergeführten Geschäften sei die Erfolgsrechnung von mehreren Faktoren belastet worden, die im Jahr 2017 nicht mehr auftauchen würden, versicherte CFO George Isliker an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich: Darunter etwa Zinskosten für ein inzwischen abgebautes Darlehen, Beratungskosten für die Restrukturierung oder auch Wertberichtigungen auf Vermögenswerte.

Bei den nicht weitergeführten Geschäftsbereichen wurden mit dem Verkauf der Valartis Bank (Austria) Währungsverluste auf der in Euro gehaltenen Beteiligung von -40,1 Mio CHF erfolgswirksam, die bisher im Eigenkapital verbucht worden waren. Dieser Effekt habe aber keinen Einfluss auf das Eigenkapital der Valartis-Gruppe und damit auf den Substanzwert der Aktie, so der Finanzchef.

NOCH 59 ANGESTELLTE

Als einziges Engagement der Gruppe im Private-Banking-Bereich verbleibt der Valartis noch die Minderheitsbeteiligung von 25% an der Norinvest Holding, der Muttergesellschaft der Banque Cramer. Im Jahr 2014 hatte Valartis die Privatbank-Aktivitäten in der Schweiz an die Banque Cramer veräussert. Weiterhin hielt Ende Jahr Valartis eine Beteiligung von 62,3% an der börsenkotierten Beteiligungsgesellschaft ENR Russia Invest.

Ende 2016 beschäftigte die Gruppe - einschliesslich der vollkonsolidierten ENR Russia Invest - noch 59 Angestellte. In der Schweiz arbeiteten lediglich noch 14 Valartis-Angestellte, bis zum April 2017 ist diese Zahl gar auf zehn zurückgegangen.

NEUE STOSSRICHTUNGEN

Ihre neue Ausrichtung scheint die Gruppe noch zu suchen: Die künftigen Stossrichtungen der Valartis werden mit dem "aktiven Management eigener Beteiligungen", dem "Management von Aktiven Dritter im Rahmen der Beteiligungen" und der "Wahrnehmung neuer Opportunitäten" umschrieben. Die Gruppe habe nun die Möglichkeit, sich "neu zu erfinden", bekräftigte Finanzchef Isliker an der Medienkonferenz. Er schloss etwa Investitionen im Immobilienbereich, aber auch im Privatbankensektor nicht aus.

Am Aktienmarkt sind die Nachrichten der Finanzgruppe am Dienstag positiv aufgenommen worden: Die Valartis-Aktie legt bis am Mittag in einem insgesamt nur leicht festeren Gesamtmarkt um 2,1% auf 7,76 CHF zu. Die Volumen liegen mit gut 22'000 gehandelten Aktien immerhin rund beim Zehnfachen eines durchschnittlichen Tagesvolumens.

tp/cp

(AWP)