Valartis zahlt Dividende von 20 Rappen je Aktie - Sieht sich "gut aufgestellt"

(Durchgehend ergänzt) - Die Valartis Gruppe sieht sich nach ihrer tiefgreifenden Sanierung für die künftigen Herausforderungen gut aufgestellt. Die in eine Holding-Gesellschaft umgewandelte Finanzgruppe, für die im vergangenen Jahr die Nachlassstundung aufgehoben wurde, sieht ihre Finanzierungslage nun als "sehr stabil" an. Und sie zahlt ihren Aktionären eine Dividende von 0,20 CHF je Inhaberaktie.
11.04.2017 09:05

Nach dem Verkauf der Privatbanken in Österreich und Liechtenstein im vergangenen Jahr weist die Valartis-Gruppe per Ende 2016 eine Bilanzsumme von 188,7 Mio CHF aus, wie den am Dienstag veröffentlichten Finanzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr zu entnehmen ist. Per Ende 2015 hatte sich die Bilanzsumme noch auf 2,2 Mrd CHF belaufen. Das Eigenkapital der Aktionäre beziffert die Gruppe auf 112,4 Mio CHF (VJ 117,9 Mio), die Eigenkapitalquote belief sich damit auf 69,4%.

WEITERHIN IN VERLUSTZONE

Wie bereits in der Vorwoche mitgeteilt, weist die Valartis-Gruppe auch für das Jahr 2016 mit -38,1 Mio CHF noch tiefrote Zahlen aus, nachdem sich der Verlust 2015 auf 58,4 Mio belaufen hatte. Der Verlust aus weitergeführten Geschäftsbereichen belief sich dabei auf 12,0 Mio CHF (VJ -50,4 Mio) wegen der Kosten für den Sanierungsprozesses, dazu kam ein Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereiche von 26,1 Mio CHF (8,0 Mio).

Bei den weitergeführten Geschäftsbereichen konnte Valartis aufgrund höherer Rubel- und USD-Bewertungen von Private-Equity-Beteiligungen und dem Wertschriftenportfolio der ENR Russia Invest ein positives Handelsergebnis von 4,7 Mio CHF (VJ -3,5 Mio) erzielen, zudem resultierte ein "übriger ordentlicher Erfolg" von 8,1 Mio CHF (VJ -15,0 Mio). Auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft fiel mit 5,1 Mio CHF (VJ 3,5 Mio) höher aus, während im Zinsengeschäft ein Verlust von 1,2 Mio CHF (VJ -2,2 Mio) resultierte. Der Geschäftsaufwand fiel mit 19,8 Mio (VJ 20,9 Mio) etwas tiefer aus.

Bei den nicht weitergeführten Geschäftsbereichen seien mit dem Verkauf von wesentlichen Vermögenswerten der Valartis Bank (Austria) die im Eigenkapital verbuchten Währungsverluste auf den in Euro gehaltenen Beteiligung von -40,1 Mio CHF transferiert worden. Allerdings habe der Effekt keinen Einfluss auf das Eigenkapital der Valartis-Gruppe und damit auf den Substanzwert der Valartis-Aktie.

NUR NOCH EIN SEGMENT

Die Gruppe, die im November 2015 wegen Zahlungsschwierigkeiten Nachlassstundung beantragt hatte, hatte im vergangenen Jahr die beiden Privatbanken Valartis Bank Austria und Valartis Bank Liechtenstein verkauft. Die Privatbank-Aktivitäten in der Schweiz waren bereits im Jahr 2014 an die Banque Cramer veräussert worden. Im November 2016 hatte das Kantonsgericht Zug die Nachlassstundung für die Valartis wieder aufgehoben.

Als einzige Beteiligung im Private-Banking-Bereich verbleibt noch die Minderheitsbeteiligung von 25% an der Norinvest Holding, der Muttergesellschaft der Banque Cramer. Organisatorisch entfällt bei der Bank damit das bisherige Segment "Private Clients". Als einziges Segment verbleiben damit die bisher als "Institutional Clients" zusammengefassten Geschäftstätigkeiten und Beteiligungen.

NEUE STOSSRICHTUNGEN

Die Gruppe sieht sich nun als Holding-Gesellschaft mit den Kernkompetenzen "Finance&Banking" und "Immobilien-Projektmanagement". Die Stossrichtungen der Valartis seien das "aktive Management eigener Beteiligungen", das "Management von Aktiven Dritter im Rahmen der Beteiligungen" und die "Wahrnehmung neuer Opportunitäten", heisst es.

Die Organisationsstruktur sei entsprechend angepasst und der Verwaltungsrat im Januar 2016 auf drei Mitglieder verkleinert, die Geschäftsführung liegt bei Gustav Stenbolt, dem VR-Präsident und VR-Delegierten. Er sei "zuversichtlich, dass die Valartis Group für künftige Herausforderungen gut aufgestellt sei und wieder zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg zurückfinden" werde, wird Stenbolt in der Mitteilung zitiert.

tp/ys

(AWP)