Valiant steigert dank höherem Zinserfolg den Gewinn - Umfeld bleibt angespannt

(Zusammenfassung mit Schlusskurs) - Die Valiant Gruppe hat im ersten Quartal 2017 etwas mehr verdient als im Vorjahr und bestätigt die Gewinnprognose. In einem von den anhaltend tiefen Zinsen geprägten Marktumfeld gelang es der Bank, im Zinsgeschäft zuzulegen. Gleichzeitig wuchs der Kostenblock nur unterdurchschnittlich an. An der Börse werden den Nachrichten wenig Beachtung geschenkt, das Management spricht von einem "gelungenen Start" ins Jahr 2017.
03.05.2017 18:02

Der Konzerngewinn der Valiant stieg in der Berichtsperiode Januar bis März um 1,8% auf 23,8 Mio CHF und der betriebliche Geschäftserfolg um 2,6% auf 29,8 Mio, wie die überregional tätige Bank am Mittwoch mitteilte. Damit lag sie allerdings knapp hinter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten (AWP-Konsens), die zu den beiden Kerngrössen 24,3 Mio bzw. 30,2 Mio geschätzt hatten.

ZINSERFOLG STEIGT

Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Verbesserung des Zinserfolgs zurückzuführen. Im Zinsengeschäft, aus dem rund 80% des Ertrags stammen, stieg der Bruttoerfolg nämlich um 1,6% auf 71,5 Mio CHF. Dabei sei es gelungen, die Zinsmarge gegenüber dem Vorjahr stabil bei 1,10% zu halten. Netto, also nach Abzug von ausfallsrisikobedingter Wertberichtigungen sowie Verlusten aus dem Zinsgeschäft, stieg der Zinserfolg um 1,1% auf 71,7 Mio CHF.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ging dagegen um 4,1% auf 14,4 Mio CHF zurück, wobei sich insbesondere der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft rückläufig entwickelte (-4,6%). Das Ergebnis im Handelsgeschäft sank um 3,4% auf 2,47 Mio, hingegen nahm der übrige ordentliche Erfolg dank höheren Beteiligungserträgen um 13% auf 1,41 Mio zu.

KOSTEN IM GRIFF

Insgesamt erhöhte sich der Betriebsertrag (vor Wertberichtigungen und Zinsverlusten) um 0,7% auf 89,8 Mio CHF. Der Geschäftsaufwand stieg hingegen lediglich um 0,1% auf 54,6 Mio. Trotz einem höheren Personalbestand habe man die Kosten gut im Griff, heisst es dazu. Dem Anstieg von 0,5% im Personalaufwand stand im ersten Quartal ein Rückgang um 0,3% bei den Sachkosten gegenüber.

In der Bilanz gingen derweil die Kundengelder per Ende März um 2,4% auf 17,8 Mrd CHF zurück. Man habe bewusst einen Abfluss von 431 Mio in Kauf genommen, heisst es dazu. Grosskunden, denen Valiant teilweise die Negativzinsen weiter verrechnet habe, hätten Gelder abgezogen. Man gebe aber nach wie vor nur in Ausnahmefällen die Negativzinsen an Grosskunden weiter, versicherte Valiant.

Auf der Gegenseite verzeichneten die Ausleihungen an Kunden ein Plus von 0,8% auf 22,4 Mrd CHF, wovon 20,8 Mrd (+0,6%) auf Hypotheken entfielen. Der Preiswettbewerb habe sich auf dem Hypothekarmarkt in einigen Regionen verschärft, hält die Bank fest. Dabei sei man nicht bereit, Wachstum auf Kosten der Marge zu erzielen.

Demnächst will Valiant die Luzerner Regionalbank Triba, an der sie bereits mit rund 31% beteiligt ist, vollständig übernehmen. Der Umfang der Transaktion beträgt bei vollständiger Andienung 55 Mio CHF, wie aus früheren Meldungen bekannt ist. Der Triba-Verwaltungsrat unterstützt das Kaufangebot.

AUSBLICK BESTÄTIGT - AKTIE TRITT AUF DER STELLE

Im Ausblick bestätigt Valiant früher gemachte Aussagen und rechnet für das Gesamtjahr 2017 weiterhin mit einem Konzerngewinn auf Vorjahresniveau (117,5 Mio CHF).

An der Börse haben die Valiant-Papiere nur wenig auf den Zahlenausweis reagiert und büssen am Mittwoch in einem leicht fester tendierenden Gesamtmarkt 0,2% auf 115,50 CHF ein. Analysten hatten einen etwas deutlicheren Anstieg des Zinserfolgs erwartet.

Angesichts des schwierigen Umfelds im Hypothekengeschäft sei das Halten des Gewinnniveaus aber eine respektable Leistung, schreibt Michael Kunz von der ZKB. Dies dürfte sich in den kommenden Quartalen immer schwieriger gestalten, da bei der Verzinsung des Neugeschäfts noch keine Anzeichen einer Trendwende in Sicht seien.

mk/cp

(AWP)