VAT profitiert von Branchentrends und wächst profitabel

(Zusammenfassung nach Medienkonferenz) - Der Vakuumventil-Hersteller VAT ist im vergangenen Geschäftsjahr profitabel gewachsen. Für eine positive Überraschung sorgt das Unternehmen aus dem St. Galler Rheintal mit der Dividende, die höher ausfällt als erwartet. Für das Geschäftsjahr wird mit einer erneuten Umsatzsteigerung gerechnet, die Betriebsgewinnmarge wird allerdings auf dem Niveau von 2016 erwartet.
31.03.2017 15:35

Umsatzanstieg von 24%, den Gewinn vervielfacht: VAT blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Märkte hätten sich in exzellenter Verfassung gezeigt, getrieben durch die immer stärkere Verbreitung von Mikroelektronik und Displays in der Industrie, so CEO Heinz Kundert am Freitag vor den Medien.

Die Kundennachfrage sei sehr hoch gewesen, vor allem auch im vierten Quartal. "Wir haben unsere Kapazitäten ausgebaut und allein im ersten Quartal 2017 ungefähr 150 Personen eingestellt". Für das Gesamtjahr rechnet Kundert mit nochmal rund 100 Personen.

Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Mitarbeiterzahl bereits um 250, wobei 80% der Neueinstellungen auf die Schweiz entfielen und der Rest auf den neuen Produktionsstandort in Malaysia, wie Finanzchef und COO Andreas Leutenegger sagte. Aktuell beschäftigt VAT damit weltweit über 1'500 Mitarbeitende.

UMSATZ MIT VENTILEN GESTEIGERT

Mit dem Verkauf der Vakuumventile, die bei der Herstellung von Halbleitern, Handydisplays und Fotovoltaikanlagen die störenden Schmutzpartikel aus der Luft saugen, wurden im vergangenen Jahr 394,6 Mio CHF umgesetzt, was eine Steigerung zum Vorjahr um 28% entspricht. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA stieg um knapp ein Drittel auf 129,3 Mio CHF, die entsprechende Marge ging jedoch auf 30,3% von 31,6% zurück. VAT führt dies vor allem auf Veränderungen im Produktmix aufgrund der etwas niedrigeren Margen im Display-Geschäft sowie auf Kosten im Zusammenhang mit dem Geschäftswachstum zurück.

2017 werde der Ventilmarkt voraussichtlich weiter wachsen, hiess es. Der zunehmende Gebrauch von Mikrochips und integrierten Schaltkreisen in Industrie- und Verbraucheranwendungen werde noch mehrere Jahre anhalten. Auch für die weltweite Nachfrage nach Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED) werde ein Wachstum vorhergesagt, da diese künftig nicht nur in Mobiltelefonen, sondern auch in Bildschirmen, Fernsehern und Beleuchtungen zum Einsatz kommen werden.

Auch das Servicegeschäft ist profitabel gewachsen (Umsatz +17% auf 81,9 Mio CHF; EBITDA +13% auf 40,5 Mio). Bei Herstellung von Membranbälge für Hochvakuumanwendungen, dem dritten Geschäftsbereich, wurde der Umsatz bei 31,4 Mio CHF zwar nur knapp gehalten, die Profitabilität war aber höher (EBITDA +5,8% auf 10,3 Mio).

GEWINN VERVIELFACHT

Insgesamt steigerte VAT den Umsatz um rund ein Viertel auf 507,9 Mio CHF, wobei ein positiver Währungseffekt geholfen habe, so Leutenegger. Das Ergebnis auf Stufe EBITDA legte - bereinigt um Einmalkosten im Zusammenhang mit dem Börsengang - praktisch im Gleichschritt auf 158,1 Mio CHF zu. Unter dem Strich hat sich der Reingewinn auf 67,2 Mio CHF vervielfacht. Im Geschäftsjahr 2015 stand ein Gewinn von 7,1 Mio CHF zu Buche.

Den Aktionären soll eine Dividende von 120 Mio CHF bzw. 4,00 CHF je Aktie ausgeschüttet werden. Dies ist eine positive Überraschung, hatte das Management doch im Oktober noch gesagt, dass man 80 Mio CHF zur Ausschüttung als Dividende bereithalten wolle. Entsprechend wurden hier die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) klar übertroffen. Der Reingewinn fiel indes etwas tiefer aus als erwartet.

WEITERES WACHSTUM IN AUSSICHT

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die Geschäftsleitung mit einer ebenfalls starken Nachfrage, wie es hiess. Es wird mit einer Steigerung des Nettoumsatzes bei konstanten Wechselkursen um mindestens 20% gerechnet. Bei der bereinigten EBITDA-Marge werden "rund" 31% angestrebt und damit das Niveau von 2016. Hier werden Investitionen als Grund angeführt. Das mittelfristige Ziel von 33% bleibe bestehen.

An der Börse werfen die News keine Wellen, da VAT im Januar bereits Angaben zur Umsatzentwicklung gemacht hatte und eine Gewinnindikation abgegeben hatte. Mit Blick auf die Aktienkursentwicklung seit Jahresbeginn (+28%) dürfte zudem die dynamische Geschäftsentwicklung zu einem gewissen Teil bereits eingepreist sein. Seit dem Börsengang hat sich der Aktienpreis mehr als verdoppelt. Die Aktie verliert am Nachmittag in einem schwächeren Gesamtmarkt 1,4% auf 107,50 CHF.

cp/yr/ra

(AWP)