VAT steigert den Umsatz und erhöht die Wachstumsprognose - Aktie auf Höhenflug

(Zusammenfassung mit Schlusskurs)
31.10.2016 17:52

Haag (awp) - Der Ostschweizer Vakuumventil-Hersteller VAT erfreut sich weiterhin einer guten Nachfrage: Im dritten Quartal 2016 kletterten Umsatz und insbesondere auch der Auftragseingang kräftig in die Höhe. Und in Erwartung weiterer Aufträge, unter anderem in den Bereichen Halbleiter- und Displayproduktion, erhöhte das Management die Wachstumsprognosen. An der Börse werden diese Nachrichten mit starken Kursgewinnen belohnt.

Von Juli bis September steigerte VAT den Umsatz um 17% auf 130 Mio CHF, wobei ein Teil davon (5 Prozentpunkte) positiven Wechselkursentwicklungen zu verdanken seien, teilte der Börsenneuling am Montag mit. Der Auftragseingang kletterte sogar um knapp 40% auf 137 Mio in die Höhe und nach neun Monaten weist VAT einen Umsatzanstieg von 17% auf 365 Mio sowie einen um 19% auf 394 Mio erhöhten Auftragseingang aus.

Als Grund für das kräftige Wachstum nennt VAT die anhaltend grosse Kundennachfrage nach Anlagen, die von der Einführung neuer Technologien in der Halbleiter- und Displayproduktion getrieben wird. Regional habe sich das Geschäft unter anderem in Asien und in den Vereinigten Staaten sehr gut entwickelt, hiess es.

WACHSTUM IM DISPLAY-MARKT

Besonders gut entwickelte sich die Auftragslage im grössten Segment Ventile, wo VAT mehr als drei Viertel des Gruppenumsatzes erwirtschaftet. Der Segments-Umsatz legte im dritten Quartal um 18% auf 110 Mio CHF zu und die Aufträge "explodierten" mit +47% auf 109 Mio. Ein Highlight sei die erste Grossbestellung der neu entwickelten Pendelschieber-Regelventile gewesen, so VAT. Die neue Technologie kombiniere beim Einsatz in modernen Halbleiter-Fertigungsanlagen schnelle Regelabläufe, einen minimalen Leitwert sowie geringstmögliche Fehlerraten.

Profitiert hat VAT zudem von zahlreichen Bestellungen aus den Display- und Solarenergiemärkten, wo der Aufbau neuer Fabriken für die Herstellung grossflächiger Displays in Asien die Nachfrage auch bei VAT belebt habe. So habe man etwa die Stellung als wichtiger Zulieferer von Ventillösungen mit Aufträgen für einen führenden Display-Hersteller in Südkorea weiter ausgebaut.

Im Segment Global Services nahmen der Umsatz um 15% auf 20,6 Mio CHF und der Auftragseingang um 26% auf 19,6 Mio zu. Hier sei es gelungen, einen Ventil-Nachrüstauftrag eines Schlüsselkunden zu gewinnen, der noch weitere Aufträge mit sich bringen dürfte. Im Industry-Teil, wo VAT kundenspezifische Membranbalg-Lösungen entwickelt, wuchsen der Umsatz um 7% auf 14,5 Mio und die Aufträge um 2% auf 8,7 Mio.

PROGNOSE ERHÖHT

Der gute Geschäftsverlauf bewog die Gruppe dazu, die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2016 anzuheben. Neu wird mit einem Umsatzwachstum im Bereich von 15 bis 18% gerechnet nach zuvor erwarteten 12 bis 15%. Derweil rechnet VAT nach wie vor damit, dass die EBITDA-Marge im Bereich von 31% liegen wird. Und für die Aktionäre will man weiterhin 80 Mio CHF zur Ausschüttung als Dividende bereithalten.

Mit Blick auf das kommende Jahr, wollte sich Finanzchef Andreas Leutenegger noch nicht auf einen konkreten Wert zum erwarteten Wachstum festlegen. Das Management geht aber von weiterem Wachstum aus, das vom anhaltenden "Boom" im Markt der Displays mit organischen Leuchtdioden (OLED) gestützt werden dürfte.

Einen Erfolg verbuchte VAT auch in Finanzierungsfragen: Im September gelang es, eine neue Kreditfazilität mit fünf Jahren Laufzeit und einem Volumen von 300 Mio USD zur Ablösung einer alten zu zeichnen. Die jährlich zu erwartenden Zinsersparnisse belaufen sich gemäss VAT auf rund 5 Mio CHF.

Mit den Angaben zum dritten Quartal übertraf VAT die Markterwartungen klar und die Analysten zeigten sich vom "ausserordentlich guten" Geschäftsverlauf beeindruckt. VAT werde auch in Zukunft von der grossen Nachfrage in der Display- und Halbleiterproduktion profitieren, hiess es etwa. An der Börse avancieren die Aktien, die seit April 2016 an der Schweizer Börse SIX gehandelt werden, in einem schwächelnden Gesamtmarkt um 3,9% auf 80,60 CHF.

mk/cf/ra

(AWP)