Vaudoise erzielt etwas weniger Gewinn und belässt Dividende auf Vorjahresniveau

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Versicherungsgruppe Vaudoise hat 2016 leicht weniger Prämien eingenommen und weist auch einen tieferen Gewinn aus. Während die genossenschaftlich geprägte Gruppe vor allem in der Nichtlebenversicherung stark wächst, verlagert sie im Lebengeschäft die Aktivitäten bewusst hin zu modernen, kapitalschonenden Produkten. Den Aktionären schlägt sie indessen die Ausschüttung einer zum Vorjahr unveränderten Dividende von 12 CHF je Namenaktie B und von 0,20 CHF je Namenaktie A vor.
29.03.2017 08:50

Die gebuchten Bruttoprämien der Vaudoise Gruppe sanken im Berichtsjahr auf 1,08 Mrd CHF von 1,09 Mrd im Vorjahr und der Gewinn nahm moderat um 3,1% auf 124,8 Mio ab, wie die Vaudoise am Mittwoch schreibt. Trotz Prämien- und Gewinnrückgang spricht CEO Philippe Hebeisen in der Mitteilung von einem "sehr guten" Ergebnis, das auf eine verbesserte Combined Ratio und guten Anlageergebnisse basiere.

In der Nichtlebenversicherung verbesserte sich die Combined Ratio bzw. die Schaden-Kostenquote um 2,2 Prozentpunkte auf 93,4%. Nach einem ersten Halbjahr mit hohen Schadenskosten, seien diese in der zweiten Jahreshälfte besonders günstig ausgefallen, so die Vaudoise.

WACHSTUM IM NICHLEBENGESCHÄFT

Das Prämienvolumen stieg im Nichtlebengeschäft um 5,6% auf 869 Mio CHF. Und auch wenn man die Übernahme der Haustierversicherung Animalia ausklammert, wäre die Sparte immer noch um 4,8% gewachsen. Dazu hätten alle Segmente einen Beitrag geleistet: Bei den Vermögensversicherungen legte die Vaudoise mit Animalia um 4,1% klar stärker zu als der Markt. Aber auch im grössten Segment Motorfahrzeug (+3,1%) sowie in den Bereichen der Personenversicherungen Nichtleben (Unfall: +1,9%; Kollektiv-Krankenversicherung: +14,2%) dehnte sich die Vaudoise aus.

Die kleinere Lebensparte sank dagegen im Volumen um beinahe einen Viertel auf 200 Mio. Aus Profitabilitätsgründen hat die Vaudoise, wie dies auch andere Versicherer tun, das Zeichnen von traditionellem, kapitalintensivem Geschäft bewusst gedrosselt. Die Einnahmen mit Produkten mit Einmalprämie gingen aufgrund der restriktiveren Vertriebspolitik um 81,3% zurück. Mit Vorsorgeprodukten mit periodischen Prämien wurde 1,8% weniger eingenommen.

Punkten will die Vaudoise in Zukunft etwa mit fondsgebundenen Produkten wie der Anfang 2016 lancierten RythmoInvest-Lösung. Weiter habe man bei Vaudoise Leben für bestehende Versicherungsansprüche mit Blick auf die tiefen Zinsen die Rückstellung zur Garantie der Zinssätze über die gesetzlichen Vorschriften hinaus erhöht, heisst es.

SOLIDE BILANZ

In der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital per Ende 2016 um 6,7% auf 1,6 Mrd CHF. Die Gruppe habe ihre Finanzkraft erneut verstärkt und weise gemäss Schweizer Solvenztest (SST) eine Risikofähigkeit auf, die mehr als doppelt so hoch sei wie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse, heisst es.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe eine Nettorendite in Höhe von 3,2% (VJ 3,5%), wobei die Absicherungskosten für Wechselrisiken höher als im Vorjahr ausgefallen seien. Zu Marktwerten stieg die Anlageperformance auf 2,6% von zuvor 1,8%.

Im Jahr 2017 rechnet die Gruppe damit, dass ihre Portefeuilles im Nichtlebengeschäft "weniger stark" wachsen werden als in den Jahren davor, in den Vermögensversicherungen strebe man aber ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum an. Derweil werde man bei den Lebensversicherungen die Verlagerung der Produktion im Neugeschäft hin zu dynamischeren Versicherungslösungen, deren Garantien an die Marktbedingungen angepasst sind, weiter fortsetzen, so die Mitteilung.

Die Kunden sollen nach genossenschaftlicher Lesart wiederum am Ergebnis beteiligt werden. So erhalten Kunden mit einer Motorfahrzeugversicherung auf ihren Policen 2016-17 eine Prämienrückerstattung von 10%. Und für 2017-18 werden Haftpflicht- und Sachkunden mit einer Rückerstattung von 20% belohnt. Insgesamt sollen so 36,5 Mio CHF ausgeschüttet werden.

mk/cf

(AWP)