Vaudoise mit Gewinneinbruch im ersten Halbjahr - Höhere Versicherungsschäden

(Zusammenfassung)
13.09.2016 16:00

Lausanne (awp/sda) - Die Vaudoise Versicherung hat im ersten Halbjahr 2016 deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet als im Vorjahr. Das Ergebnis belastet haben überdurchschnittlich hohe Versicherungsschäden sowie die wegen den tiefen Zinsen vorgenommene Reservenaufstockung in der Lebensparte.

Der Nettogewinn sank innert Jahresfrist um rund ein Drittel auf noch 60,2 Mio CHF. Der Grund dafür sei unter anderem die aussergewöhnlich hohe Schadenbelastung im Monat Juni, teilte die Vaudoise am Dienstag mit. Zudem sei das Anlageergebnis niedriger ausgefallen als im Vorjahr.

Tiefer war das Ergebnis vor allem in der Nichtlebenversicherung. Im Juni hätten hohe Schäden in mehreren Bereichen sowie ein grosser Unfall auf die Geschäftsentwicklung gedrückt, schrieb der Versicherer. Betroffen seien vor allem die Sachhaftpflicht, die Motorfahrzeugversicherung und die Unfallversicherung gewesen, sagte Finanzchef Jean-Daniel Laffely auf Anfrage.

Die Schadenbelastung sei alleine im Juni um 12 Mio CHFn grösser ausgefallen als im Vorjahresmonat. Diese Entwicklung sei nicht auf einzelne Ereignisse wie ein Unwetter zurückzuführen, sondern ein bisschen Pech, sagte Laffely.

Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) verschlechterte sich im Semester von 94,2 auf 99,9%. Werte von unter 100% bedeuten, dass das Geschäft versicherungstechnisch profitabel ist.

LEBENSVERSICHERUNG GEBREMST

Dafür stiegen im Nichtlebengeschäft die gebuchten Nettoprämien um 5,8% auf 669,1 Mio CHF. Das ist deutlich stärker als im Branchendurchschnitt.

Die Vaudoise hat vor allem bei der Krankentaggeldversicherung die Prämien erhöht. Dieses Geschäft wird saniert, nachdem als Folge des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks bei Schweizer Unternehmen die psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Burn-out-Syndrome von Angestellten zugenommen haben.

Unter Druck ist das Einzellebengeschäft, wo die Prämien um fast die Hälfte auf 41,6 Mio CHF schrumpften. Die Vaudoise tritt bei den traditionellen Einmalprämienversicherungen auf die Bremse, die angesichts der tiefen Zinsen immer weniger Ertrag abwerfen.

Aus denselben Gründen seien die periodischen Prämien im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, hiess es. Der Grossteil der Prämien werde jedoch erst am Ende des zweiten Halbjahres einkassiert.

Das Anlageergebnis fiel schlechter aus als im Vorjahr. Die nicht aufs Jahr hochgerechnete Nettorendite der Kapitalanlagen auf eigene Rechnung sank auf 1,9% nach 2,4% im Vorjahreszeitraum.

AKTIE AUF TALFAHRT

Im Gesamtjahr 2016 will die Vaudoise weiterhin mit den Nichtleben-Prämien über dem Marktdurchschnitt wachsen. Falls sich die Finanzmärkte und die Schadenbelastung in der zweiten Jahreshälfte nicht negativ entwickelten, sei mit einem erneut "guten Ergebnis" zu rechnen, hiess es im Communiqué. Der Gewinn werde 2016 jedoch mit Sicherheit unter dem Vorjahresergebnis bleiben.

Dies stiess der Finanzgemeinde sauer auf. Die Halbjahreszahlen seien enttäuschend, kommentierten Analysten. An der Schweizer Börse fallen die Aktien bis am Nachmittag um 2,9% zurück während der Gesamtmarkt gemessen am SPI leicht zulegt.

mk

(AWP)