Verdi will Streik bei Amazon am Samstag fortsetzen

(Meldung weiter ausgebaut) - Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon wollen auch am Samstag die Arbeit niederlegen. Der Streik werde fortgesetzt, sagte eine Verdi-Sprecherin am Freitag in Bad Hersfeld. Dort hatten sich laut Gewerkschaft mehrere Hundert Amazon-Beschäftigte versammelt. Verdi hatte im Zuge der bundesweiten Aktion "Black Friday" zum Streik aufgerufen.
24.11.2017 12:38

Den Anfang in Bad Hersfeld hatte die Nachtschicht am Donnerstagabend gemacht. Verdi rechnete in Bad Hersfeld insgesamt mit einer Streikbeteiligung von 500 Beschäftigten. Gestreikt werden sollte am Freitag an den sechs grossen Amazon-Standorten - ausser in Bad Hersfeld noch in Leipzig (Sachsen), Rheinberg (NRW), Werne (NRW), Graben (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Laut Amazon hatte der Streik keinen Einfluss auf die Auslieferung. Die Mehrheit der Mitarbeiter habe normal gearbeitet. Am Donnerstag hätten nur 570 der über 12 000 Mitarbeiter im deutschen Logistiknetzwerk die Arbeit niedergelegt, erklärte ein Konzernsprecher. In Hersfeld bezifferte Amazon die Zahl der Streikenden am Freitagmorgen auf 220.

Der "Black Friday" stammt aus den USA. Er fällt immer auf den Tag nach dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving. Auch in Deutschland locken an jenem Tag immer mehr Händler mit Rabatten; Amazon erhofft sich erhöhte Umsätze zum Start in die Weihnachtssaison. Verdi kritisiert, dass die Beschäftigten für "Rekord-Umsätze" zu "Rekord-Leistungen" gezwungen würden.

Extra für das Weihnachtsgeschäft hatte Amazon im Oktober 13 000 befristete Mitarbeiterstellen an seinen deutschen Logistikzentren ausgeschrieben.

Seit rund viereinhalb Jahren liefert sich die Gewerkschaft einen erbitterten Tarifstreit mit dem Internetversandhändler. Verdi strebt einen Tarifvertrag an. Der US-Konzern, der bundesweit mehr als 12 000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, verweigert aber Gespräche. Er sieht sich auch ohne Tarifvertrag als guter Arbeitgeber./geh/DP/nas

(AWP)