Versicherer Generali mit schwachem Start ins Jahr wegen Alitalia-Problemen

(Ausführliche Fassung) - Die Schieflage der Fluglinie Alitalia hat den italienischen Versicherer Generali im ersten Quartal schmerzlich erwischt. Nachdem der Allianz-Rivale der Gesellschaft 2015 über eine Wandelanleihe 300 Millionen Euro geliehen hatte, musste er nun 42 Millionen Euro abschreiben, wie er am Donnerstag in Triest mitteilte. Gestiegene Katastrophenschäden verkraftete Generali hingegen vergleichsweise gut. Dennoch fiel der Quartalsgewinn mit 535 Millionen Euro rund neun Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor.
11.05.2017 11:56

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. In Mailand verlor die Generali-Aktie am Donnerstagmorgen mehr als zwei Prozent an Wert. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 600 Millionen Euro Gewinn gerechnet.

Finanzchef Luigi Lubelli zeigte sich mit Blick auf das eigentliche Geschäft des Versicherers dennoch zufrieden. Generali habe sich in einem Umfeld schwankender Finanzmärkte und niedriger Zinsen gut geschlagen. Während die Prämieneinnahmen im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro sanken, legte der operative Gewinn um gut 4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.

Angesichts der gestiegenen Katastrophenschäden im ersten Quartal müsse man bedenken, dass der Versicherer ein Jahr zuvor keine solchen Schäden habe tragen müssen, merkte Lubelli an.

Von den Prämieneinnahmen in Generalis Schaden- und Unfallgeschäft blieb nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb diesmal zwar weniger übrig als Anfang 2016. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote stieg jedoch nur um 1,1 Prozentpunkte auf 93,1 Prozent und blieb damit klar unter der kritischen Marke von 100 Prozent. Der Anstieg lag laut Generali ausschliesslich an den Katastrophenschäden, die das Quartalsergebnis mit 55 Millionen Euro belasteten.

Die Alitalia-Krise dürfte Generali dagegen noch länger beschäftigen. Der Bieterprozess für die hochverschuldete Fluglinie soll nächste Woche beginnen. Potenzielle Käufer sollen bis Ende Juli unverbindliche und bis Oktober verbindliche Angebote abgeben. Wenn sich kein Käufer findet, könnte das Unternehmen aufgelöst werden. Italiens Regierung hat eine Verstaatlichung der Fluggesellschaft als Lösung der Krise mehrmals ausgeschlossen. Nachdem die Alitalia-Belegschaft gegen einen Sanierungsplan mit drastischen Sparmassnahmen gestimmt hatte, hatte das Unternehmen einen Antrag auf Sonderverwaltung gestellt./stw/das/fbr

(AWP)