Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge laut Raiffeisen gering

(Meldung umgeschrieben und mit Aussagen aus der MK ergänzt) - Die Schweizer Bevölkerung ist besorgt, was ihre Altersvorsorge anbelangt. Das Vertrauen im Alter genügend auf der Seite zu haben, ist gering, wie eine Studie von Raiffeisen zeigt. Trotzdem setzt sich eine Mehrheit der Befragten nur selten mit Fragen zur finanziellen Situation nach der Pensionierung auseinander. Neben fehlenden Mitteln liege dies oftmals auch an der Komplexität des Vorsorgesystems.
06.09.2018 12:53

"Die Ergebnisse unseres Vorsorgebarometers zeigen, dass die Bevölkerung der Schweizer Altersvorsorge ein ungenügendes Zeugnis ausstellt", sagte Daniel Greber am Donnerstag vor den Medien. Er leitet das Zentrums für Risk & Insurance an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Diese hat in Zusammenarbeit mit Raiffeisen in der zweiten Julihälfte über 1'000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren zur Altersvorsorge befragt.

Selbst verantwortlich

Erstaunlich am mangelnden Vertrauen sei, dass sich dennoch nur eine Minderheit mit möglichen Vorsorgelücken beschäftige, fügte Michael Auer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Raiffeisen, hinzu. "Noch bemerkenswerter ist aber, dass nicht mal ein Fünftel der Meinung ist, dass nicht der Staat, sondern sie selbst dafür verantwortlich sind, im Alter genug Geld zu haben."

Dass trotzdem nur wenige das Thema in Angriff nehmen, führen die Studienautoren insbesondere auf zwei Gründe zurück: Das Alter und fehlendes Geld: "Viele sind der Ansicht sie seien noch zu jung", so Auer. Anderen fehle schlichtweg das Geld, um in die eigene Altersvorsorge zu investieren. Hinzu komme aber auch oftmals fehlendes Wissen oder Desinteresse.

Politische Massnahmen umstritten

Bei politischen Themen gebe es aber durchaus klare Fronten, wie die Umfrageergebnisse zeigten. So ergebe sich etwa ein sehr differenziertes Bild im Hinblick auf bevorstehende politischen Entscheidungen wie die geplante Einschränkung des Kapitalbezugs aus der Pensionskasse.

Eine überwiegende Mehrheit der befragten Personen sei demnach dafür, ohne Einschränkungen über ihr Pensionskassenkapitel verfügen zu können. "Gerade in Partnerschaften besteht häufig das Bedürfnis, dass zumindest eine Hälfte des Pensionskassenguthabens als Kapital bezogen wird", so Auer. Auch die kürzlich lancierte Volksinitiative für gleichbleibende Pensionskassenbeiträge für alle Altersgruppen werde überwiegend positiv gesehenen.

Die Altersvorsorge sei zwar in Form des drei Säulensystems vermeintlich einfach aufgebaut, für konkrete Vorsorgemassnahmen oder finanzielle Mechanismen zeige die Bevölkerung indes wenig Verständnis: "Auch darum hat die Politik wohl Schwierigkeiten das System zu bereinigen", resümiert Auer, der auch als Präsident der Raiffeisen PK amtet.

sta/kw

(AWP)