Vestas liefert weniger Windanlagen aus - Ergebnis im zweiten Quartal gesunken

Der dänische Windanlagenbauer Vestas hat im zweiten Quartal weniger Turbinen gebaut und ausgeliefert als im Vorjahr. Die Rückgänge zogen sich durch alle Regionen, betrafen aber hauptsächlich EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und hier Deutschland, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Umsatz und Ergebnis sanken daher deutlich. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch fiel dieser deutlich stärker aus, als von den Experten erwartet.
17.08.2017 09:46

Die Zahl der gelieferten Windräder sank im Quartal von 1226 auf 1192. Die damit ausgelieferte Leistung in Megawatt fiel noch deutlicher. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurück, wie Vestas berichtete. Das operative Ergebnis (Ebit) nahm um fast ein Drittel auf 279 Millionen Euro ab. Hier belasteten zudem Abschreibungen auf Forschungseinrichtungen von 28 Millionen Euro. Nach Steuern verdiente Vestas 186 Millionen, nach 278 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Auftragseingang stieg hingegen von 1,6 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich der Auftragsbestand zum 30. Juni auf 9,1 Milliarden von 8,2 Milliarden Euro. Vestas bestätigte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen strebt einen Umsatz von 9,25 Milliarden bis 10,25 Milliarden Euro an, nach 10,2 Milliarden im Vorjahr. Die Ebit-Marge soll 12 bis 14 Prozent erreichen.

Der Markt für Windkraft befindet sich derzeit im Wandel. Die Windanlagenbauer wie auch die Energieunternehmen sehen sich zunehmenden Herausforderungen ausgesetzt, etwa durch Änderungen bei den Ausschreibungen. So setzen Länder beim Bau von Windparks vermehrt auf das wettbewerbsintensivere Auktionsmodell, um Kosten zu sparen. Deutschland, einer der grössten Märkte, ist eines davon - den Zuschlag erhält dabei, wer mit den geringsten Subventionen auskommt. Das setzt sowohl Energieunternehmen als auch Hersteller preislich unter Druck.

Indien ist ein weiterer Markt, der sein Modell umstellt. So hatte etwa der Konkurrent Siemens Gamesa wegen wegbrechender Geschäfte in Indien zuletzt herbe Gewinnrückgänge verbucht./nas/jha/fbr

(AWP)