Vetropack wächst dank Zukauf in Italien - Kosten für Reparaturen belasten

(Zusammenfassung)
30.08.2016 14:45

Bülach (awp) - Die auf Glasverpackungen spezialisierte Vetropack ist in den ersten sechs Monaten dank eines Zukaufs in Italien gewachsen und hat aufgrund weggefallener Währungsverluste insgesamt mehr Gewinn eingefahren. Turnusmässige Reparaturkosten sowie die weiterhin angespannte Situation in der Ukraine werden gemäss Vetropack ein schwächeres zweites Halbjahr prägen. An der Börse gibt es trotzdem Applaus.

Die Expansion ins südliche Nachbarsland hat sich für Vetropack gelohnt. Das seit einem Jahr zur Gruppe gehörende Werk in Italien lieferte mit über 10% den Löwenanteil am Umsatzwachstum von 15%, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dies bedeutet aber laut Analysten auch, dass das Unternehmen kaum organisch wachsen kann.

Im operativen Bereich lief es ebenfalls gut, da insbesondere aufgrund sinkender Energiekosten die EBIT-Marge mit 9,9% auf ein Niveau kletterte, dass das von CEO Claude Cornaz Ende April ausgegebene Zielband von 10 bis 12% nur knapp verfehlte. Unter dem Strich resultierte ein um satte 72% höherer Semestergewinn von 24,4 Mio CHF. Jedoch war das Vorjahresergebnis von Fremdwährungsverlusten stark belastet. Mit diesem Zahlenkranz hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten durchgehend übertroffen.

HEIMMARKT SCHRUMPFT - REPARATURKOSTEN DÄMPFEN AUSSICHTEN

Durch die Übernahme des Glaswerks in Italien hat die Gesellschaft einen neuen Inlandmarkt "mit starker Marktpräsenz" erschlossen, so Vetropack. Die bestehenden Beteiligungsgesellschaften in Österreich, Tschechien, Kroatien, Slowakei sowie das Geschäft mit Spezialitätenglas in der Schweiz konnten laut Vetropack ebenfalls zulegen, steigerten ihre Umsätze aber primär über den Export.

Denn den stagnierenden Nachfrage in den jeweiligen Ländersegmenten versucht das Unternehmen entgegenzuwirken, indem von dort aus Exporte forciert werden. Zwar ist der Exportanteil in der Berichtsperiode insgesamt leicht gefallen, ohne Berücksichtigung der hauptsächlich im Inland tätigen Vetropack Italia wäre er gemessen am Gesamtabsatz aber leicht gestiegen.

UKRAINE WEITER SCHWACH - ZWEITES HALBJAHR DEUTLICH SCHLECHTER

Das Problemkind bleibt aber die Produktion in der krisengeschüttelten Ukraine. Dort brach der Umsatz wegen der politisch unsicheren Situation und einer zusätzlich eingeführten Alkoholsteuer um fast ein Fünftel ein. Das Land am Schwarzen Meer trägt rund 10% des Absatzes bei. Auch der Heimmarkt Schweiz schrumpfte erneut und hatte weiterhin mit negativen Währungseinflüssen zu kämpfen, hiess es weiter.

Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer "gleichbleibenden Marktsituation". In der Ukraine sei jedoch von einem rückläufigen Inlandmarkt auszugehen, was auch die Erträge auf Gruppenebene reduzieren werde. Hinzu kämen zwei im zweiten Halbjahr geplante Reparaturen von Schmelzwannen im ukrainischen Werk Gostomel und im österreichischen Werk Pöchlarn.

Die Erträge seien daher deutlich unter den Werten des ersten Halbjahres zu erwarten, so das Unternehmen. Für die gesamte Berichtsperiode 2016 werde aber dank Vetropack Italia weiterhin ein höherer Nettoerlös erwartet, jedoch tiefere Ertragszahlen.

An der Börse gibt es Applaus für Vetropack: Bis gegen 14.10 Uhr ziehen die Papiere um 6,0% auf 1'598 CHF an. Der Gesamtmarkt (SPI) notiert derweil 0,48% höher. Mit den Zugewinnen von heute konnten die Vetropack-Titel damit das Minus seit Jahresbeginn wettmachen.

sta/ra

(AWP)