Vifor-Aktien grösster Gewinner unter Blue Chips nach Zahlen & Ausblick

Die Aktien von Vifor Pharma haben am Dienstag im frühen Handel die grössten Kursgewinne unter den Blue Chips verzeichnet. Der Pharmahersteller hat den Umsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 gesteigert. Der EBIT fiel wegen der mittlerweile vollzogenen Aufspaltung der ehemaligen Galenica in die Unternehmen Vifor und Galenica zwar niedriger aus, kam aber oberhalb der durchschnittlichen Analystenschätzungen zu liegen. Zudem erhöht das Unternehmen die Zielvorgaben für das Gesamtjahr.
08.08.2017 09:31

Um 09.20 Uhr weisen die Vifor Aktien ein Kursplus von 2,5% auf. Sie kosten damit 106,70 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) tritt zeitgleich mit -0,0% mehr oder weniger auf der Stelle. Ihr bisheriges Tageshoch haben die Papiere kurz zuvor bei 107,00 CHF markiert.

Am Markt verweisen Händler auf den schweren Stand, den die Anteilsscheine vor der Ergebnisveröffentlichung über Wochen hinweg hatten. Ausländische Leerverkäufer hätten es auf das Unternehmen abgesehen, heisst es mit Verweis auf Statistiken des Beratungsunternehmens Markit. Von der Anzahl ausgeliehener Titel abgeleitet, wurde Ende Juli denn auch mit 12,5% aller ausstehenden Aktien auf rückläufige Kurse gewettet.

Nachdem nun aber grössere Enttäuschungen ausgeblieben sind, sehen Beobachter vom nur unwesentlich über den Jahrestiefstkursen von 101,30 CHF liegenden Schlussstand aus betrachtet Raum für eine Kurserholung.

Und auch die ersten Analystenkommentare lesen sich unter dem Strich gut. Zwar sei die Umsatzentwicklung in der ersten Jahreshälfte schwächer als erwartet ausgefallen. Allerdings hätten sich die Schlüsselmedikamente Ferinject, Injectafer und Veltassa insgesamt erwartungsgemäss verkauft. Etwas enttäuscht zeigt man sich in Expertenkreisen in Bezug auf den Absatz mit Mircera.

Trotz hohen Vorabinvestitionen in die Forschung und Entwicklung sowie in den Vertrieb der noch jungen Produkte übertrifft der EBIT hingegen die Analystenerwartungen. Nicht darin enthalten scheinen Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Börsengang für Galenica Santé.

Wie der für Baader Helvea tätige Bruno Bulic schreibt, bewegt sich der Zahlenkranz für die ersten sechs Monate im Rahmen seiner Erwartungen. Seines Erachtens fällt der Umsatzbeitrag mit Veltassa sogar besser als erhofft aus. Diese Überraschung komme genau zum richtigen Zeitpunkt, so ergänzt er.

Was die Erhöhung der Zielvorgaben für das Gesamtjahr anbetrifft, zeigen sich die wenigsten Analysten überrascht. Schliesslich galt dieser schon zum Zeitpunkt als die Ziele kommuniziert wurden als eher konservativ. Einige Experten, darunter Carla Bänziger von der Bank Vontobel, hatten sich gar auf eine noch kräftigere Erhöhung eingestellt. Dennoch begrüsst ihr Berufskollege von Baader Helvea die neuen Vorgaben.

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(AWP)