Vifor Pharma-VRP: Wer in uns investiert, muss mittelfristig orientiert sein

Etienne Jornod, exekutiver Verwaltungsratspräsident von Vifor Pharma, erklärt sich erstmals seit der Aufspaltung von Galenica in zwei unabhängige Unternehmen in einem Zeitungsinterview. Im Gespräch mit der "Finanz und Wirtschaft" führt Jornod am Freitag aus, weshalb sein Unternehmen an der Börse mehr wert sein müsste.
07.04.2017 11:08

Für den Kurssturz bei Galenica nach der Ankündigung des Börsengangs waren laut Jornod "auch kurzfristig orientierte Investoren verantwortlich, die sich von den Lancierungskosten für Veltassa haben verunsichern lassen." Er persönlich finde den Kursabschlag ungerechtfertigt. "Wir werden einfach unterschätzt."

Zu dem Hyperkaliämie-Medikament Veltassa ist Vifor durch den 1,5 Mrd USD teuren Kauf der US-Firma Relypsa gekommen. In den nächsten Jahren sieht das Unternehmen laut Jornod vor, 700 Mio CHF für die Marktlancierung von Veltassa in den USA und in der EU zu investieren.

"Ich versichere Ihnen, dass Vifor Pharma selbst mit den Ausgaben für Veltassa in diesem wie auch in den folgenden Jahren Gewinn erzielen wird", stellt Jornod klar. Doch in den ersten drei Jahren müssten die Aktionäre bereit sein, einen unterdurchschnittlichen Gewinn in Kauf zu nehmen. "Wer in uns investiert, muss mittelfristig orientiert sein", so der Vifor-Chef.

Für einen möglichen Kauf von Vifor Pharma müsste ein Interessent gemäss Jornod einen "sehr hohen" Preis bieten. "Denn aktuell können wir allein noch viel Wert für den Aktionär schaffen."

Jornod selbst, er ist 64 Jahre alt, denkt nicht daran, kürzerzutreten. Er habe zum Beispiel einen ersten Vertrag bis 2020 als exekutiver Verwaltungsratspräsident unterschrieben. "Dann sehen wir weiter. Bislang fühle ich mich voller Tatendrang und bin fit und gesund."

ra/cp

(AWP)