Vivendi und Berlusconi buhlen um Mediaset

Mailand/Paris (awp/sda/reu) - Der Streit zwischen der Mediengruppe Vivendi und Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi um Mediaset gewinnt an Schärfe. Während Vivendi seinen Anteil an dem italienischen Medienunternehmen auf 12,3 Prozent aufstockte, erhöhte Berlusconis Holding Fininvest ihrerseits die Beteiligung auf knapp 40 Prozent.
14.12.2016 14:33

Die Mediaset-Aktie legte am Mittwoch um fünf Prozent zu, nachdem sie bereits am Vortag um 32 Prozent nach oben geschossen war. Anfang der Woche hatte Vivendi erklärt, rund drei Prozent an der von Berlusconi beherrschten Mediaset zu halten und diesen Anteil "für den Anfang" auf 10 bis 20 Prozent ausbauen zu wollen. Berlusconis Holding Fininvest betonte, die Franzosen hätten eine feindliche Übernahme im Sinn.

Mediaset und Vivendi liegen seit Monaten im Clinch. Im Juli hatten die Franzosen eine verbindliche Vereinbarung zur Komplettübernahme der Mediaset-Sparte "Premium" platzen lassen.

Vivendi hat bereits schrittweise 24 Prozent an der Telecom Italia erworben. Einige Analysten gehen deshalb davon aus, dass der französische Konzern die beiden italienischen Unternehmen vereinen will. Vivendi-Chef Vincent Bollore hat das Ziel, eine europäische Mediengruppe aufzubauen.

Der Streit gilt Experten als Beleg für den hohen Druck auf europäische Medien- und Telekomfirmen, den Markt durch Fusionen zu bereinigen. Denn die Konzerne sehen sich immer stärker im Wettbewerb mit Online-Anbietern wie dem TV-Streamingdienst Netflix oder dem Internet-Händler Amazon.

(AWP)