Vodafone legt aus eigener Kraft zu - Währungen bremsen aber

(Ausführliche Fassung)
22.07.2016 10:57

NEWBURY (awp international) - Der britische Telekomkonzern Vodafone hat dank einer leichten Erholung in Europa zu Beginn seines Geschäftsjahres besser abgeschnitten als gedacht. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni zog der Serviceumsatz ohne Währungsschwankungen und den Verkauf von Geschäftsteilen um 2,2 Prozent an, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das war mehr als von Analysten geschätzt. Während das Geschäft in den Schwellenländern weiterhin kräftig wuchs, konnte auch die Europasparte ein leichtes Umsatzplus vorweisen.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie gewann in London am Morgen knapp 3 Prozent an Wert. Das Management um Chef Vittorio Colao bestätigte seine Jahresprognose. So soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Geschäftsjahr weiterhin um 3 bis 6 Prozent zulegen.

Vor allem wegen Währungsschwankungen schmolz der Umsatz im ersten Quartal insgesamt um 4,5 Prozent auf 13,38 Milliarden Euro. Der britische Konzern bilanziert wegen der grossen Bedeutung seines Europageschäfts von nun an in Euro. Das hatten die Briten bereits einige Zeit vor dem Brexit-Votum angekündigt. In Grossbritannien selbst macht der Konzern nur knapp ein Siebtel seines gesamten Umsatzes - und kommt hier weiter spürbar unter Druck. Ohne Währungseffekte gemessen sackte der Serviceumsatz in der Heimat um mehr als 3 Prozent ab.

"Wir haben im ersten Quartal weiter gute Fortschritte gemacht", sagte Colao. In Europa bleibe das Wachstum trotz gesenkter Roaming-Gebühren stabil. In Deutschland, Spanien und Italien habe sich das Geschäft gut entwickelt. Südafrika, die Türkei und Ägypten hätten "exzellent" abgeschnitten. In Grossbritannien arbeite man dagegen an Besserung.

In wichtigsten Einzelmarkt Deutschland gingen die Erlöse um 2,5 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro zurück, weil das Unternehmen weniger Endgeräte wie Smartphones und Tablets verkaufte. Der Serviceumsatz - also der Erlös mit Dienstleistungen rund um Sprache und Daten - kletterte dank des weiter kräftig wachsenden Geschäfts mit Kabelanschlüssen im Jahresvergleich um 1,6 Prozent nach oben.

Im Mobilfunk erlöste die Düsseldorfer Tochter mit Sprach- und Datendiensten 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Von Januar bis März war der Umsatz hier noch leicht gestiegen. Von April bis Juni kamen nach Abzug von Kündigungen 8000 Vertragskunden hinzu. Der Konzern habe sich auf lukrativeres Wachstum bei höherwertigen Tarifen konzentriert, hiess es./men/stw/she

(AWP)