Voestalpine-Chef Eder kritisiert Stahlbranche als 'Macho-Industrie'

Der aktuelle Aufschwung der Stahlindustrie täuscht nach Ansicht von Voestalpine-Chef Wolfgang Eder nur über weiter bestehende tiefe Strukturprobleme hinweg. Angesichts der Überkapazitäten von 30 bis 40 Millionen Tonnen allein in Europa werde mittel- und langfristig an Kapazitätsverringerungen bis hin zu Werksschliessungen kein Weg vorbeigehen, sagte der Chef des österreichischen Stahl- und Industriegüterkonzerns der dpa.
24.08.2017 06:32

"Es ist eine Macho-Industrie, in der Millionen Tonnen immer noch mehr zählen als Millionen verdienter Euro, Dollar oder Renminbi." Das Problem sei auch, dass die Politik aus falsch verstandener Standortpolitik um jedes auch unrentable Werk kämpfe, meinte Eder, der auch Vizepräsident des Weltstahlverbands ist.

Nach Angaben von OECD und Weltstahlverband werden die weltweiten Kapazitäten für die Produktion von Stahl 2018 auf 2,43 Milliarden Tonnen steigen. Der Bedarf liege aber nur bei 1,6 Milliarden Tonnen. Vor allem in Asien sei eine spürbare Produktionsausweitung bis 2019 geplant. Vor 15 Jahren konnten weltweit erst rund eine Milliarde Tonnen produziert werden./mrd/DP/zb

(AWP)