Volkswagen beschleunigt Absatzwachstum im Oktober

Der Volkswagen-Konzern gewinnt bei den Auslieferungen ungeachtet der Aufarbeitung des Dieselskandals immer mehr an Fahrt. Für Oktober meldete Europas grösster Autobauer ein Absatzplus im Jahresvergleich von 8,2 Prozent auf 940 800 Fahrzeuge, wie er am Donnerstag mitteilte. In den ersten zehn Monaten ergab sich ein Zuwachs von 3,2 Prozent. Ausgeliefert wurden gut 8,7 Millionen Fahrzeuge.
16.11.2017 12:55

Der Skandal um manipulierte Diesel-Fahrzeuge hatte den Autobauer in eine schwere Krise gestürzt. Die Bewältigung des Desasters kostet viele Milliarden Euro. Für Fred Kappler, Leiter Konzern Vertrieb, sind die Oktober-Zahlen ein Indiz, dass VW-Kunden weltweit Vertrauen in die Marken und Produkte des Autobauers haben.

Zum Volkswagen-Konzern gehören insgesamt 12 Marken. Besonders positiv hervor stach Seat mit einem Zuwachs von über 23 Prozent. Auch die Tochter Audi konnte den schwachen Jahresstart fast wieder wettmachen, der vor allem Problemen mit chinesischen Autohändlern geschuldet war. Im vergangenen Monat stieg der Absatz wieder um 5,3 Prozent. Dank der Erholung bei Lkws konnten die Nutzfahrzeugmarken MAN und Scania im Oktober zweistellig zulegen.

Steigern konnte VW seine Auslieferungen in allen Regionen. Besonders rund lief es für die Wolfsburger in Osteuropa, Südamerika und in den USA. Auch auf dem deutschen Heimatmarkt ergab sich im Oktober wieder ein kleines Plus von 0,8 Prozent. Auf Jahressicht sind die Verkäufe aber noch mit 1,6 Prozent rückläufig.

In China beschleunigte sich ebenfalls das Wachstum auf 9,4 Prozent. In den ersten zehn Monate stiegen die Verkäufe um 2,3 Prozent. Volkswagen China-Chef Jochem Heizmann gab sich anlässlich der Automesse im südchinesischen Guangzhou optimistisch, bis Ende des Jahres aufzuholen und mit einem Zuwachs von vier bis fünf Prozent so schnell wie der Gesamtmarkt zu wachsen.

Vorantreiben will VW in dem Land die Entwicklung von Elektroautos. Zehn Milliarden Euro sollen in den kommenden sieben Jahren zusammen mit den chinesischen Partnern in dem Bereich investiert werden. Geplant sind bis 2025 rund 40 Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben- noch einmal 25 Modelle mehr als bisher vorgesehen. Auf dem wichtigstem Markt des Autobauers sollen bis 2020 rund 400 000 E-Fahrzeuge jährlich verkauft werden. Bis 2025 soll der Absatz auf 1,5 Millionen steigen./she/jkr

(AWP)