Volkswagen erleidet wegen Diesel-Sonderkosten einen Gewinnrückgang

Der Volkswagen -Konzern hat wegen der zusätzlichen Milliardenkosten für den Rückruf und die Nachrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge in den USA einen Gewinneinbruch erlitten. Im dritten Quartal rutschte der Nettogewinn im Jahresvergleich um über die Hälfte auf 1,14 Milliarden Euro ab, wie der Dax -Konzern am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Ende September hatte VW bekanntgegeben, dass Verzögerungen bei dem ohnehin schon kostspieligen Programm noch einmal viel Geld kosten würden - den Betrag bezifferte VW nun auf 2,6 Milliarden Euro. Das Vorhaben erweise sich als "erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller" als angenommen, hiess es. Damit stieg die Rechnung für die Bewältigung der Abgaskrise auf über 25 Milliarden Euro.
27.10.2017 09:23

Ansonsten lief es aber weitgehend rund bei VW. Die Wolfsburger machten von Juli bis September 55 Milliarden Euro Umsatz, 5,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte um 15,1 Prozent unerwartet kräftig auf 4,32 Milliarden Euro. Bei der Prognose wird Finanzchef Frank Witter nun optimistischer - Sonderkosten ausgeklammert. Nun strebt der weltgrösste Autobauer eine operative Umsatzrendite moderat über 7 Prozent an. Vorher galt die Richtschnur von 6 bis 7 Prozent, allerdings ohne den Zusatz "vor Sondereinflüssen".

Für die Ergebnisprognose wird VW dank des guten Laufs bei seinen Marken unter anderem in China und mit teureren Autos optimistischer. Allerdings nur dann, wenn Sondereinflüsse herausgerechnet werden. Die um Sonderkosten bereinigte Umsatzrendite bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern solle nun im Gesamtjahr moderat über 7 Prozent liegen, teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. Zuvor waren 6 bis 7 Prozent ohne die Herausrechnung von Sondereinflüssen erwartet worden. Analysten hatten seit längerem mit einer Erhöhung gerechnet, weil es im Tagesgeschäft besser läuft. Bisher hatte Finanzchef Frank Witter aber Vorsicht walten lassen.

Ende September hatte VW für die Bewältigung der Abgaskrise um manipulierte Dieselmotoren zusätzlich nach aktuellen Angaben 2,6 Milliarden Euro zurückgestellt, wodurch die Rechnung für die Bewältigung des Dieseldebakels auf über 25 Milliarden Euro stieg./men/she

(AWP)