Vonovia verdient dank höherer Mieten deutlich mehr

Steigende Mieteinnahmen und zusätzliche Dienstleistungen rund um Gebäude haben Deutschlands grösstem Immobilienkonzern Vonovia einen Gewinnsprung beschert. Zudem profitierte das Unternehmen von einem hochwertigeren Wohnungsbestand und Neubau. Das operative Ergebnis - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngrösse Funds from Operations I (FFO I) - sei in den ersten neun Monaten um gut 20 Prozent auf 690,5 Millionen Euro gestiegen, teilte die im Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Bochum mit.
08.11.2017 07:19

Das Gewinnziel bestätigte der Konkurrent von Deutsche Wohnen am oberen Ende der Prognose und peilt nun ein FFO I von 910 bis 920 Millionen Euro an, nach 760 Millionen Euro im Vorjahr. Im kommenden Jahr will Vonovia das operative Ergebnis auf 960 bis 980 Millionen Euro steigern.

Von Januar bis September nahmen die Mieteinnahmen um 8,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zu. Die Aufwendungen für Instandhaltung und Modernisierung legten um fast die Hälfte auf 752,8 Millionen Euro zu. Der Konzernüberschuss kletterte auf 1,2 Milliarden Euro, nach 278,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Hier profitierte Vonovia von einer deutlichen Aufwertung seines Immobilienvermögens.

Um von der starken Nachfrage nach Wohnraum in den Grossstädten zu profitieren, will Vonovia auch in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro jährlich in Neubau, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. In diesem Jahr sollen es 750 Millionen Euro sein. Davon seien bereits Massnahmen im Wert von 510 Millionen umgesetzt, hiess es. Vonovia plant, jährlich rund 2000 Wohnungen zu errichten. Insgesamt kann laut Unternehmenschef Rolf Buch der Immobilienkonzern 30 000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen.

Zudem streckt der Immobilienkonzern seine Fühler ins Ausland aus. Erst jüngst vereinbarte Vonovia eine Partnerschaft mit seinem französischen Pendant SNI. Vonovia-Chef Buch sagte, sein Unternehmen könne es sich heute erlauben, über Aktivitäten ausserhalb Deutschlands nachzudenken. Er betonte jedoch, dass mögliche gemeinsame Investitionsprojekte mit SNI erst die zweite Etappe seien. Es gehe jetzt zunächst darum, den jeweils anderen Markt kennenzulernen.

Die Bochumer sind in den vergangenen Jahren vor allem durch Grossübernahmen wie Gagfah , Süddeutsche Wohnen (Südewo) und Franconia stark gewachsen. Zuletzt kam der Wiener Immobilienkonzern Conwert hinzu. Seit gut vier Jahren steht der ehemalige Bertelsmann-Manager Buch an der Spitze des Vermieters mit bundesweit rund 354 000 Wohnungen und knapp 8400 Mitarbeitern.

Unter seiner Regie wurde aus einem Unternehmen im Besitz eines Finanzinvestors eine seit 2013 börsennotierte Gesellschaft mit einem breiten Streubesitz. Mit dem Zukauf des Konkurrenten Gagfah vor zwei Jahren änderte der zuvor unter dem Namen Deutsche Annington bekannte Konzern auch seinen Namen und zog anschliessend als erstes Immobilienunternehmen in den Dax ein./mne/he/jha/

(AWP)