Vontobel-Chef gegen Outsourcing - Zukäufe wären möglich

(Meldung erweitert) - Vontobel-Chef Zeno Staub hält nichts von den in der Branche verbreiteten Sparprogrammen und Outsourcing in billige Länder. Sparen sei keine Strategie und es helfe der Innovation nicht, Mitarbeiter über den Globus zu verteilen, sagte Staub der "SonntagsZeitung".
02.07.2017 14:36

"Wir werden sicher nicht Mitarbeiter nach Polen oder Indien verschieben", sagte Zeno Staub im Interview. Das Backoffice sei in Zürich und das bleibe so. Die Bank Vontobel könnte zwar die Administration nach Polen verlegen und tiefere Löhne zahlen.

Doch dafür müsste er Mitarbeiter einstellen, die die Arbeit in Polen überwachten. Besser sei es, die internen Prozesse effizient zu gestalten und wenn immer möglich zu automatisieren, sagte Staub weiter.

Staub distanzierte sich von den Entlassungswellen in der Finanzbranche in den letzten Jahren. Vontobel habe die Mitarbeiterzahl seit 2000 auf 1700 verdoppelt, betonte er. Sowieso sei Sparen keine Strategie, das gehöre einfach dazu.

"Ich halte nichts von grossen Sparprogrammen, bei denen man mit dem Rasenmäher die Kosten kürzt", führte er aus. Das schaffe falsche Anreize. Dann versuche jede Geschäftseinheit, Fettposter für die nächste Schlechtwetterphase anzulegen, die bestimmt komme.

WACHSTUM IM WEALTH MANAGEMENT

Mit Blick auf das Wachstum im Wealth Managemtent zeigt sich Staub sehr zufrieden. Ein Plus von 4-6% in den letzten Jahren sei schneller als der Markt. "Damit gehören wir zu den Besten", so der CEO. Vontobel wachse organisch so stark, dass man akquirieren könne, aber nicht müsse.

Entsprechend halte die Bank nach möglichen Zukäufen durchaus Ausschau, wenn sich eine Gelegenheit ergebe, die auch den strengen Kriterien entspräche. Es müsste zudem eine Bank sein, die Vontobel unter der eigenen Marke weiterentwickeln könnte. Bei der Grösse zieht Staub bei einem Kundenvermögen von rund 20 Mrd CHF den Schlussstrich, auf einen genauen Namen will er sich allerdings nicht festlegen.

dm/

(AWP)