VP Bank-CEO: "Ein gewisses Mass an Unruhe fördert Umsatz"

Der CEO der liechtensteinischen VP Bank blickt verhalten optimistisch ins zweite Semester 2017. Zwar könnte es an den Märkten im zweiten Semester noch etwas "rumpeln", für das Geschäft müsse dies aber nicht schlecht sein. "Im Gegenteil, ein gewisses Mass an Unruhe fördert den Umsatz", sagte Alfred Moeckli in einem Interview mit der Finanz und Wirtschaft (Online-Ausgabe).
27.06.2017 12:06

Das erste Halbjahr sei sehr gut gelaufen, wiederholte der CEO bereits am vergangenen Freitag im Zusammenhang mit einer Vorabmeldung zum Halbjahresergebnis gemachte Aussagen. Diese erfolgte im Zusammenhang mit einer Einigung mit den deutschen Steuerbehörden bezüglich unversteuerter Vermögenswerte deutscher Kunden, wofür Rückstellungen von 9,9 Mio EUR gebildet wurden. Dennoch dürfte der Konzerngewinn über dem Wert der Vorjahresperiode von 24,4 Mio CHF zu liegen kommen, was "die starke operative Leistung im ersten Semester" unterstreiche, so Moeckli weiter.

Die VP Bank will bekanntlich via Akquisitionen die verwalteten Vermögen auf 50 Mrd CHF von zuletzt 36 Mrd (per Ende 2016) und damit die Profitabilität erhöhen. Dafür würden dem Institut insgesamt 300 bis 400 Mio CHF zur Verfügung stehen, führte der CEO weiter aus. Auf dem Markt angeboten würden derzeit vor allem aber nur kleinste Einheiten - Vermögen von vielleicht 2 Mrd CHF - was die Bank weniger interessiere, führte der VP Bank-Chef weiter aus.

"Bei kleineren Einheiten ist der Integrationsaufwand im Verhältnis zum Effizienzgewinn hoch", begründete Moeckli sein Desinteresse. Kleinere Akquisitionen kämen nur in Frage, wenn sie perfekt passen würden. Zudem wolle die Bank auch keine Altlasten übernehmen.

Bezüglich Bereinigung von Altlasten in Liechtenstein sieht Moeckli Licht am Horizont. "Wir hatten in Liechtenstein jedes Semester weniger Abflüsse. Zuletzt war es eine schwarze Null", sagte er. Für den weiteren Verlauf sei er optimistisch.

sig/tp

(AWP)