VP Bank-CEO: Trendwende bei Neugeldern - AIA-Abflüsse in die Schweiz

Die Liechtensteiner VP Bank hat gemäss ihrem CEO Alfred Moeckli bei den Neugeld-Zuflüssen im ersten Halbjahr 2017 eine Trendwende erlebt, nachdem die Vermögensverwalterin aus dem "Ländle" vor allem in den Jahren 2013 bis 2015 akquisitionsbereinigt noch Abflüsse verzeichnet hatte. Vor dem Inkrafttreten des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) mit der Schweiz per Anfang 2018 dürften noch Gelder im "zweistelligen Millionenbereich" in die Schweiz abfliessen.
06.12.2017 12:30

"Wir haben erwartet, dass 2017 noch einiges Geld in die Schweiz zurückfliesst", sagte Moeckli im Interview mit der AWP. Denn ein Schweizer Kunde, der unversteuertes Geld zurück in die Schweiz transferiere, könne ja weiterhin "schwarz" bleiben. Er beobachte, dass es vor allem in der Westschweiz noch Institute gebe, die solche Kunden aufnähmen, so der VP Bank-CEO.

Auf die Neugeldentwicklung der VP Bank dürfte der Einfluss der Schweizer Geldabflüsse gering sein - bereits im ersten Halbjahr hatte das Institut einen Zufluss von 1,1 Mrd CHF ausgewiesen. Die Netto-Neugeldzuflüsse habe man dabei in allen Marktregionen festgestellt, sagte Moeckli: "Also in Liechtenstein, in Zürich, in Luxemburg und auch in Asien." 90% der Kunden der VP Bank stammten heute Ländern, für die der AIA mit der Schweiz gelte.

Das eigene Ziel, im laufenden Jahr 25 neue Kundenberater anzustellen, werde die VP Bank sicherlich übertreffen, sagte Moeckli. "Es ist jedoch nicht matchentscheidend, ob es Ende Jahr 20 oder 30 neue Berater sind." Vor allem wolle man qualitativ gute und motivierte Leute. Neue Kundenberater dürften zunächst höhere Kosten bedeuten, räumte der VP Bank-CEO ein. Man sei aber bezüglich der Kostenbasis wachsam: "Die Kosten steigen im laufenden Jahr zwar an, aber langsamer als die Erträge."

Bezüglich der kontrovers diskutierten Internet-Währung Bitcoin zeigt sich der VP Bank-CEO "etwas hin und her gerissen" - rational scheine der Kursanstieg nicht erklärbar zu sein. Hohe Risiken sieht er bei einem allfälligen Entscheid der US-Notenbank Fed oder der EZB, den Bitcoin zu verbieten. Das Problem sei vielleicht, dass diese damit "schon zu lange zugewartet" hätten. "Ein massiver Kurssturz könnte nun bereits einen gewissen Schock an den Finanzmärkten auslösen."

(Das gesamte Interview ist auf dem AWP-Premium-Dienst zu lesen.)

tp/ra

(AWP)