VP Bank verbessert Semestergewinn deutlich - Markanter Zufluss von Nettoneugeld

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die VP Bank hat in den ersten sechs Monaten 2017 deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Dies gelang, obwohl die Einigung mit den deutschen Steuerbehörden die Erfolgsrechnung belastete. Hochzufrieden ist die Gesellschaft ausserdem mit dem Zufluss von Kundengeldern.
22.08.2017 08:34

Konkret nahm der Gewinn nun um 29% auf 31,5 Mio CHF zu, wie die Liechtensteiner Bankengruppe am Dienstag mitteilte. Vor rund einem Monat hatte die Liechtensteiner Bankengruppe angekündigt, dass der Semestergewinn höher als im Vorjahr ausfallen werde. Gleichzeitig hatte sie damals bekannt gegeben, dass sie sich mit den Behörden Nordrhein-Westfalens wegen unversteuerter Kundengelder geeinigt und deswegen Rückstellungen in Millionenhöhe gebildet habe. Ohne diese wäre der Gewinn um 74% gestiegen, wird nun betont.

Basis für die Gewinnsteigerung war ein 16% höherer Geschäftsertrag von 151,1 Mio CHF. Dabei entwickelten sich vor allem der Erfolg aus dem Zinsengeschäft (+8,8% auf 51,4 Mio) und der Handelserfolg (+26% auf 25,2 Mio) positiv. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+0,7% auf 61,1 Mio) stagnierte hingegen.

Die Verbesserungen im Zinsengeschäft erklärt das Institut mit einer aktiven Bewirtschaftung der Bilanzgelder, Margenanpassungen, Volumenerhöhungen und auf die höheren Zinsen auf dem US-Dollar. Auf der anderen Seite seien an die Schweizerische Nationalbank Negativzinsen im Umfang von 7,0 Mio (VJ 6,4 Mio) bezahlt worden. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stiegen die Erträge dank der guten Verfassung der Aktienmärkte, gleichzeitig nahm aber auch der Aufwand relativ stark zu.

GESCHÄFTSAUFWAND STEIGT

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 15% auf 117,2 Mio CHF. Darin enthalten ist laut den Angaben die vor einem Monat angekündigte Rückstellung für die Einigung mit den Behörden in Nordrhein-Westfalen (10,9 Mio CHF). Zugenommen hat aber auch der Sachaufwand (+14%), wobei das Institut auf Kosten durch externe Berater verweist.

Die Cost/Income Ratio verbesserte sich insgesamt dennoch auf 64,6% von 68,9%. Mit einer Tier 1 Ratio von 25,9% verfüge man im Branchenvergleich nach wie vor über eine überdurchschnittlich solide Eigenkapitalbasis, wird betont. Die Bilanzsumme erhöhte sich derweil im Vergleich zum Jahresende um 0,2 Mrd CHF auf 12,0 Mrd CHF.

HÖHERE KUNDENVERMÖGEN

Die betreuten Kundenvermögen der VP Bank Gruppe beliefen sich per 30. Juni 2017 auf 37,4 Mrd nach 35,8 Mrd per Ende 2016. Von diesem Plus von 1,6 Mrd seien 0,5 Mrd auf die performancebedingte Vermögenszunahme zurückzuführen. Ausserdem seien im Halbjahr Kundengelder von netto 1,1 Mrd zugeflossen (VJ -0,2 Mrd).

Diese laut der Mitteilung "ausgezeichneten Entwicklung" sei aufgrund intensiver Marktbearbeitung und durch die Rekrutierung neuer Kundenberater erreicht worden. Neue und bestehend Kunden hätten dazu beigetragen, wobei die internationalen Standorte sowie der Fondsbereich hervorgehoben werden.

ERWARTUNGEN ZUM TEIL ÜBERTROFFEN

Mit dem vorgelegten Reingewinn hat das Institut die Erwartungen der Analysten der ZKB (24,5 Mio) übertroffen, jene von Research Partners (31,2 Mio) erfüllt. Die Prognosen für den Geschäftsertrag und vor allem für das Nettoneugeld wurden klar übertroffen.

Im Ausblick auf das zweite Halbjahr gibt das Institut keine konkreten Ziele bekannt. Es will das Wachstum vorantreiben. Es sei daher unverändert das Ziel, bis Ende 2019 75 Kundenberater in den Segmenten Intermediaries und Private Banking einzustellen. Neben organischem Wachstum peilt die Bank zudem nach wie vor Wachstum über Akquisitionen an.

rw/ra

(AWP)