VW-Aufsichtsrat: Vorstand trotz möglicher Schadenersatzansprüche entlasten

Der Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen (VW) spricht dem Konzernvorstand trotz einer laufenden Prüfung auf Schadenersatzansprüche infolge des Abgasskandals sein Vertrauen aus. Der Aufsichtsrat schlage den Anteilseignern zur Hauptversammlung im Mai eine Entlastung des gesamten Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 vor, teilte VW am Dienstag mit. Dabei stütze man sich auf eine umfassende rechtliche Prüfung. "Der Aufsichtsrat drückt damit sein Vertrauen in den gesamten Vorstand aus, die umfassende Neuausrichtung des Konzerns weiter erfolgreich voranzutreiben."
28.03.2017 18:36

Die Entlastung des Vorstands ist normalerweise ein standardmässiger Vorgang bei der jährlichen Hauptversammlung eines Unternehmens. Mit ihr bestätigen die Eigentümer, dass der Vorstand seine Arbeit ordnungsgemäss gemacht hat. Die diesjährige VW-Hauptversammlung ist für den 10. Mai geplant.

Volkswagen weist in seiner Erklärung darauf hin, "dass mit der vorgeschlagenen Entlastung kein Verzicht auf mögliche Schadensersatzansprüche gegen einzelne Personen verbunden ist." Entsprechend seiner gesetzlichen Pflichten prüfe der Aufsichtsrat seit Bekanntwerden des Abgasskandals, ob er verpflichtet sei, Schadensersatzansprüche gegen einzelne Vorstandsmitglieder geltend zu machen. Diese Prüfung dauere derzeit noch an./tos/stb

(AWP)